Osteoporose bei älteren Menschen

Hier erfolgt das diagnostische Vorgehen wie bei postmenopausaler Osteoporose. Es sollten in der Anamnese jedoch zusätzlich Risikofaktoren abgefragt werden. Hierzu gehören:

  • eine positive Sturzanamnese,
  • Paresen jeglicher Art (motorisch oder sensibel),
  • Parkinson-Syndrom,
  • visuelle Einschränkungen,
  • Minderung des Hörvermögens,
  • neurologische Defizite z.B. nach Apoplex,
  • Blutzuckerschwankungen,
  • Blutdruckschwankungen,
  • eine Muskelarthrophie,
  • eine Kachexie oder konsumierende Erkrankung,
  • eine Demens,
  • Schwindel akut oder chronisch,
  • Alkohol- oder Drogenabusus.

Weiterhin sollte auf Einschränkungen im täglichen Leben geachtet werden wie Gang- oder Balancestörungen, Stoffwechselstörungen, Exsikkose, unsicheren Umgang mit Hilfsmitteln, sowie die Einnahme von psychotropen Medikamenten wie Benzodiazepinen, Neuroleptika und Antidepressiva.

Ebenso sollte nach Antihypertensiva und Diuretika gefragt werden. Bei älteren Menschen sollten auf alle Fälle Sturzursachen geklärt werden. Hier werden drei Stürze voneinander unterschieden:

1. Intrinsische Stürze
Stürze, bei denen der Sturz nachvollziehbar durch von außen einwirkende Kräfte verursacht wird.
2. Syncopale Stürze
Stürze, bei denen ein Ereignis zu Grunde liegt, das mit einem zeitlich begrenzten pathologisch leicht nachvollziebaren Verlust der Kontrolle über das lokomotorische System mit oder ohne Bewusstseinsverlust einhergeht wie z.B. eine transitorische ischämische Attacke oder eine Herzrhythmusstörung.
3. Lokomotorische Stürze
Stürze durch Funktionsdefizite bei alltäglichen Umgebungsbedingungen oder Tätigkeiten.

Als Test auf ein Sturzrisiko kann der Aufstehtest gewählt werden oder der Tandem- oder Einbeinstand. Eine weitere Diagnostik kann je nach Verdachtsdiagnose angeschlossen werden wie z.B. ein Langzeit-EKG oder ein craniales Computertomogramm usw.