Definition der Beinvenenthrombose

Bei der akuten Bein- oder Beckenvenenthrombose (TVT) handelt es sich um eine teilweise oder vollständige Verlegung der tiefen Leit- oder Muskelvenen durch eine Blutgerinnselbildung.

Verlauf der Thrombose

Eine spontane und folgenlose Auflösung der Blutgerinnsel erfolgt nur ausnahmsweise ebenso wie unter einer Behandlung. Die Blutgerinnselbildungen neigen zur akuten Vergrößerung und zum Ablösen mit der Folge einer Lungenembolie.

Im weiteren Verlauf kommt es zu einem bindegewebigen Umbau mit Zerstörung der Venenklappen, Veränderungen der Venenwand, Ausbildung von Umgehungskreisläufen und teilweise Wiedereröffnung der verschlossenen Vene. Die Folge dieser Veränderungen ist eine chronische Venenschwäche (CVI) mit dem Bild eines so genannten postthrombotischen Syndroms mit Hautveränderungen bis hin zum Auftreten eines Beingeschwüres (Ulcus) möglich.

Die Häufigkeit eines postthrombotischen Syndroms ist abhängig vom Ort und Ausmaß der Thrombose.

Bei einer umschriebenen Unterschenkelvenenthrombose treten nach Jahren sehr selten Beingeschwüre auf, hingegen sind diese häufig bei Patienten mit einer Thrombose des gesamten Beines.

Das Übersehen einer Beinvenenthrombose kann ein hohes Risiko weiterer Folgeerkrankungen bis hin zur Todesfolge nach sich ziehen.

Jeder Verdacht auf eine Venenthrombose muss ärztlich abgeklärt werden. Die korrekte Diagnose und entsprechende Behandlung reduzieren die unmittelbaren Risiken.

Eine falsche Diagnose führt zu unnötigen Behandlungen.

Krankengeschichte und klinische Untersuchungen allein sind für die korrekte Diagnose nicht ausreichend.

 

Ursachen einer Beinvenen-Thrombose

Nach wie vor hat die so genannte Virchow’sche Trias ihre Gültigkeit:

1. Änderung der Blutzusammensetzung:

  • erblich oder medikamentös bedingte Gerinnungsstörung
  • Nahrungsmittel oder Toxine mit Einfluss auf die Blutgerinnung
  • Schwangerschaft
  • Wasserverlust

2. Herabgesetzte Blutströmungsgeschwindigkeit:

  • erweiterte Venen, Krampfadern
  • Einengung der Gefäße (Druck, Tumor)
  • Immobilisation, Bettlägerigkeit (z. B. Gipsverband)
  • abgewinkeltes, langes Sitzen (Reisethrombose)

3. Gefäßwandschäden:

  • Unfall, Operation
  • degenerative Veränderungen
  • Entzündungen der Venenwand (Thrombophlebitis)
  • Diabetes mellitus
  • Tumorinfiltration
  • Bestrahlung

 

Risikofaktoren

Angeborene Risikofaktoren (hereditäre Thrombophilie):

  • APC-Resistenz
  • Defekte von Protein C und Protein S
  • Antithrombin II-Mangel
  • Prothrombin-Mutation
  • u.a.

Erworbene Risikofaktoren:

  • Alter
  • frühere Thrombosen und Embolien
  • bösartige Erkrankungen
  • Immobilisation
  • Herzinsuffizienz
  • Sepsis
  • Volumenmangel
  • vermehrte Blutkörperchen (Polyzythaemie und Thrombozytose)
  • Oestrogen- und Gestagentherapie (Pille)
  • entzündliche Darmerkrankungen
  • Übergewicht
  • Krampfadern
  • Schwangerschaft, Wochenbett

Warnsymptome einer Thrombose

  • plötzlicher ziehender Wadenschmerz oder Fußschmerz
  • Spannungsgefühl
  • plötzliche Schwellung (Knöchel, Unter- und Oberschenkel)
  • Blauverfärbung des Beines (bei Herabhängen lassen)
  • Fußschmerz beim Auftreten
  • leichter Temperaturanstieg

Sind diese Warnsymptome vorhanden, ist die Wahrscheinlichkeit einer Beinvenenthrombose sehr hoch. Andererseits haben nur etwa 30% der diagnostizierten Beinvenenthrombosen diese Symptome.