Definition

Beim Fersensporn handelt sich hier um eine Enthesiopathie, eine schmerzhafte Ansatzstelle von Sehnen und Bändern am Knochen. Diese kann sich im Röntgenbild durch das Ausbilden einer sichtbaren Verknöcheung von Sehnenansätzen darstellen. Bedingt durch den Zug der Sehnen (Plantarfascie, Achillessehne) kann diese durch Überlastung und mechanische Reizung schmerzhaft werden. Der Fersensporn ist eine recht häufige degenerative Erkrankung, wobei die Häufigkeit in der zweiten Lebenshälfte zunimmt. Schuhwerk, Beruf und sportliche Aktivitäten können die Entstehung eines Sporns begünstigen.

Konservative Behandlung

Schonung und Entlastung durch geeignetes Schuhwerk und entlastende und stützende Einlagen werden als erste Maßnahmen empfohlen. Auch eine Gewichtsreduktion kann helfen. Injektionen mit niedrig dosierten Kortikosteroiden an den schmerzhaften Sporn mit Lokalanästhetika können zeitweilig Erfolg bringen. Auch eine Radiologische Reizbestrahlung der Ferse oder Radiosynoviorthese sind möglich.

Die extrakorporale Stosswellenbehandlung (ESWT) ist in der konservativen Behandlung sehr zu empfehlen, sie ist risikofrei und erfolgversprechend. Diese Behandlung wird mehrfach in Wochenabständen ausgeführt. Durch Applikation hochenergetischer Schallwellen auf das schmerzhafte Areal kommt es zur Verbesserung der Durchblutung und zum Abtransport der Entzündungsmediatoren. Die ESWT wird nach der Empfehlung der Bundesärztekammer analog der Ziffer 1860 GOÄ abgerechnet. Deshalb empfiehlt sich die vorherige Abklärung der Kostenübernahme mit Versicherungen und Beihilfestellen.

Die minimal invasive endoskopische Spaltung der Plantarfascie hat ebenfalls bei 80 bis 90% der Patienten Aussicht auf bleibenden Erfolg. Da hier so wie bei den anderen endoskopischen Eingriffen die Traumatisierung der Gewebe ausgesprochen gering ist, ist mit einer schnellen Wiederherstellung zu rechnen. Bei konsequenter Anwendung entlastender Einlagen und Schonung sowie einer Gewichtsreduktion ist das Risiko eines Rezidivs gering einzuschätzen.