Geschlechtskrankheiten
Sexuell übertragbare Erkrankungen (STD) werden auch oder hauptsächlich durch Oral, Vaginal und Analverkehr übertragen. In Deutschland besteht im Moment eine Meldepflicht bei einer Erkrankung an HIV oder Syphilis an das Robert-Koch-Institut. Daten werden dabei natürlich anonymisiert sodass das Datenschutzrecht nicht verletzt wird.

Geschlechtskrankheiten & Symptome

Viele Geschlechtskrankheiten haben das Problem, dass sie sich meist durch keine sonderlichen Symptome die sehr verzögert auftreten können bekannt geben. Hier haben wir einige der meistverbreiteten Geschlechtskrankheiten und deren Symptome sowie Folgen für Sie aufgelistet.

Chlamydien

Chlamydien werden meist durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen, außerdem können Chlamydien bei einer Neugeburt an das Kind weitergegeben werden. Chlamydien sind mit jährlich 300.000 neu angesteckten Frauen eine der häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten. Bei rund 70% aller Frauen und der Hälfte aller Männer werden jahrelang keinerlei Symptome gemerkt. Normale Symptome sind meist Blutungen, Ausfluss, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Wasserlassen und selten auch Blutungen. Obwohl Chlamydien nicht unbedingt lebensgefährlich sind können sie unbehandelt beim Mann zu einer Harnröhreninfektion und bei der Frau zu Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut, der Eierleiter und Eierstöcke sowie Unfruchtbarkeit bei Mann und Frau führen, außerdem tragen Chlamydien zur Entwicklung anderer STD bei.

Behandlung:

Chlamydien kann bei zu langer Zeit unbehandelt zu Unfruchtbarkeit führen, wenn sie allerdings frühzeitig mit Antibiotika behandelt, kann die Infektion meist ohne bleibende Schäden entfernt werden.

Gonorrhoe / Tripper

Gonorrhoe, auch Tripper genannt, kann nur durch sexuellen Kontakt übertragen werden, da die für den STD verantwortlichen Bakterien nur im Körper überleben können. Außerdem wird der Virus oft zusammen mit Chlamydien übertragen. In der Regel treten die ersten Symptome zwei bis drei Tage nach der eigentlichen Infektion in Form von Juckreiz, eitrigen Ausflusses oder Schmerzen beim Wasserlassen vor. Bei etwa 10% der Patienten treten die Symptome allerdings erst ca. zehn Tage nach der Infizierung auf. In diesem Fall kann es vorkommen, dass der Geschlechtspartner während der Unwissenheit auch angesteckt wird und es wird empfohlen einen schnellstmöglich einen Arzt aufzusuchen. Bei sowohl Frau und Mann verursacht Gonorrhoe Rötungen, Schwellungen, Unterbauchschmerzen und kann unbehandelt zu Unfruchtbarkeit führen. Beim Mann kann es zu einer akuten Harnröhrenentzündung führen und bei der Frau führt es oft zu einer Gebärmutterhalsentzündung.

Behandlung:

Bei der Therapie der Gonorrhoe wird vom Arzt ein spezifisches Antibiotikum verschreiben. Da Gonorrhoe schon gegen viele ältere aber auch moderne Mittel immun geworden ist verwenden Ärzte Tabletten nur in Ausnahmen. Etwa zwei Wochen nach dem Einsatz des Antibiotikums wird eine Nachkontrolle erforderlich.

 

 

Genitalwarzen / Feigwarzen

Feigwarzen gehören mit Genitalherpes und Chlamydien zu den am leichtesten verbreitbaren Geschlechtskrankheiten. Infiziert wird man in der Regel durch „humane Papillomaviren (HPV)“. HPV selbst zeigt selbst meist keinerlei Symptome und kann manchmal erst nach Jahren merkbar werden. Ungeschützter Geschlechtsverkehr und auch gemeinsam benutzte Handtücher oder das Baden mit einer infizierten Person können diesen Virus übertragen. Da die Warzen von klein bis sehr große Flächen bedecken können ist es schwer zu sagen wie die Behandlung aussieht. Bei früher Behandlung können Salben ausreichen, während bei zu spätem Handeln auch Kälte- oder Lasertherapie in Frage kommen. Bei einer Neugeburt kann der Virus auch von der Mutter an das Kind weitergegeben werden. Genitalwarzen sind nicht unbedingt gefährlich, verbreiten sich allerdings sehr leicht und erfordern sofortige Behandlung.

Behandlung:

Je nachdem wie weit fortgeschritten die Feigwarzen sind kommen mehrere Optionen in Frage. Bei kleinen Bereichen und nicht sehr entwickeltem Zustand können spezielle Cremes, Salben und Lösungen auf die befallene Stelle gegeben werden. Bei schwerwiegenderen Fällen können die Warzen durch eine Kältetherapie oder einen chirurgischen Eingriff entfernt werden.

Genitalherpes

Genitalherpes ist eine der weltweit am meistverbreiteten Geschlechtskrankheiten. Die Krankheit wird durch den Herpes-Simplex-Virus Typ 2 (HSV 2) ausgelöst, ein Verwandter des HSV 1 Virus, der hauptsächlich Lippenherpes verursacht aber auch Genitalherpes verursachen kann. Übertragen wird der Virus meistens durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. Über 80% der Infizierten wissen nicht, dass sie den Virus in sich tragen. Der Virus bleibt auch nach einer überstandenen akuten Infizierung im Körper und hat das Potenzial nochmals aufzutreten. Die Symptome des Herpes-simplex-Virus treten meist in Form von schmerzhaften Bläschen und Juckreiz gefolgt von Schmerzen im betroffenen Bereich vor. Da der Virus im Körper bleibt kann der Herpes mehrmals auftreten, das erste Auftreten ist in der Regel allerdings das heftigste während es danach jeweils abnimmt. Bei einer zweiten Entzündung diese an den ersten Symptomen erkennen und sofort antivirale behandeln.

Behandlung:

Da Genitalherpes Viren generell auch bei Behandlung im Körper bleiben ist es momentan nicht möglich die Krankheit komplett zu heilen. Bei kleinen Ausbrüchen des Virus ist meist keine Behandlung nötig, da der Körper diese von alleine bekämpft. Die verschriebenen Medikamente wie z. B. Aciclovir, Famciclovir und Valaciclovir versuchen daher nur die Beschwerden, Zeit und die Vermehrung der Viren zu vermindern.

 

Syphilis

Syphilis ist die erste lebensgefährliche Geschlechtskrankheit auf dieser Liste sowohl als auch die älteste. Infizierung passiert durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, die Wahrscheinlichkeit das Bakterium (Treponema pallidum) durch gerissene Hautrisse oder Schleimhäute aufzunehmen schwankt zwischen ca. 40 bis 60 Prozent je nachdem in welchem Stadium der Krankheit sich der Partner befindet. Nach dem Infizieren von Syphilis kann es bis zu mehreren Monaten dauern bis die ersten Symptome auftreten. In der Regel entstehen infektiöse Geschwüre an Genitalien, Analbereich und Mund woraufhin eine Infizierung von Gehirn, Ohren und Augen beginnt, welche als lebensgefährlich zu betrachten sind.

 

Behandlung:

Penicillin wird schon lange erfolgreich gegen den Syphilisbakterium eingesetzt. Der Wirkstoff wird meist in den Gesäßmuskel gespritzt oder via Infusion verabreicht. Bei Allergien gegen Penicillin gibt es andere Antibiotika die auch benutzt werden können. Bei einer zu späten Behandlung muss diese ein bis zwei Wochen nach der ersten Behandlung der Wirkstoffe wiederholt werden. In Extremfällen ist es nötig über etwa 21 Tage im Krankenhaus hohe Dosen zu verabreichen.

Hepatitis B

Hepatitis B kann durch ungeschützten Geschlechtsverkehr und Blut übertragen werden. Symptome können von Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall und Übelkeit bis zu Erbrechen sowie Gelbsucht reichen. Hepatitis B greift die Leber an und kann in zwei Kategorien eingeteilt werden und jeder Infizierte reagiert anders. Es gibt die meist auftretende akute und die chronische Hepatitis B. Die akute Hepatitis B greift die Leber akut an und die Symptome sollten innerhalb von 4 bis 6 Wochen vollständig verschwinden. Wenn dies nicht der Fall ist und die Symptome über ein halbes Jahr bestehen bleiben spricht man von einer chronischen Erkrankung. Eine chronische Hepatitis B kann ohne jederlei Symptome verlaufen, hat aber auch die Möglichkeit zu großen Komplikationen wie z. B. Leberzirrhosen oder einer Erkrankung an Hepatitis D zu führen.

Behandlung:

Bei fast allen Hepatitis B Patienten heilt der Virus meist von selbst aus. Bei etwa 5% kommt Hepatitis B allerdings in chronischem Zustand vor, was nur selten vollständig heilbar ist. Durch meist leider lebenslange Medikation ist es allerdings möglich die Virenvermehrung und Leberentzündung vollständig zu unterdrücken.

 

HIV – Humanes Immundefizienz Virus

HIV ist wie bekannt lebensgefährlich, allerdings ist HIV selbst nicht die Ursache. Der „Humane Immundefizienz Virus“ greift das Immunsystem an, sodass Infizierte meist an kleineren Infektionen sterben, da das Immunsystem diese nicht mehr bekämpfen kann. Dies passiert im dritten und letztem Stadium von HIV. Der Virus kann wie auch Hepatitis B durch ungeschützten Geschlechtsverkehr und Blut übertragen werden und wird bei einer Neugeburt an das Kind weitergegeben. Die ersten Symptome von HIV sind schwer zu erkennen und können Wochen oder auch Monate dauern bis sie sich bekannt geben.

Im ersten Stadium des Virus erscheinen grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Kopf- und Halsschmerzen sowie geschwollen Lymphknoten und Hautausschläge. Daraufhin folgt eine Latenzzeit, die Jahre oder sogar Jahrzehnte dauern kann. Während dieser Phase vermehren sich die Viren und schädigen Zellen der Immunabwehr.

Im zweiten Stadium des Virus fängt das geschwächte Immunsystem an sich bemerkbar zu machen. Infektion oder Krankheiten die auch bei nicht HIV-Infizierten auftreten treten häufiger auf und können nicht mehr gemäß bekämpft werden.

Im dritten und letzten Stadium der HIV Infektion geht das Immunsystems des Körpers komplett unter und der AIDS-Virus fängt an auszubrechen. In diesem Stadium erleiden Infizierte meist schweren Gewichtsverlust, und alltägliche Infektionen oder Erkrankungen, die der Körper bei einem gesunden Menschen normalerweise harmlos entfernt fangen an lebensbedrohlich für einen AIDS-Infizierten zu werden. Der Körper kann sich gegenüber dieser Infektionen, Viren und Pilzen nicht mehr wehren, was Pilzerkrankungen, Lungenentzündungen, Virusinfektionen verschiedener Organe sowie bösartige Tumore oder Lymphome als Folgen mit sich bringt.

Behandlung:

Eine vollständige Heilung von HIV ist momentan nicht möglich, es gibt allerdings Therapien, die bei frühzeitigem Einsetzen die Verbreitung des Virus verlangsamen können. Somit wird der Übergang in das 2. Stadium des Virus so lange wie möglich herausgezögert.