Hämorrhoiden OP in Wiesbaden 

Die operative Behandlung eines Hämorrhoidenleiden kann durch unterschiedliche OPs bewerkstelligt werden. Entscheidend für den Eingriff ist der Grad des Hämorrhoidenleidens. Denn nicht alle Hämorrhoiden OPs sind für jede Ausprägung eines Hämorrhoidenleidens geeignet. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Operationsmöglichkeiten vor, welche durch unsere Experten angeboten werden.

Operative Behandlung von Hämorrhoiden

An Operationsmethoden für das Hämorrhoidalleiden stehend stadienorientiert zur Verfügung:

  • offene Hämorrhoidektomie (nach Milligan-Morgan)
  • geschlossene Hämorrhoidektomie (nach Ferguson)
  • geschlossene submucöse Hämorrhoidektomie (nach Parks)
  • geschlossene rekonstruktive Hämorrhoidektomie (nach Arnold und Fransler)
  • Stapler-Hämorrhoidektomie (nach Longo)
  • Radio Frequenz-induzierte Thermo-Therapie von Hämorrhoiden (RFTTH)

Hämorrhoiden OP:

Terminvereinbarung

Venenspezialist

Prof. Dr. med. habil. Lutz Lehmann

Facharzt für Proktologie

Geschlosssene rekonstruktive Hämorrhoidektomie
nach Arnold und Fransler

Dieses Operationsverfahren führt zu einer geschlossenen Operationswunde und wird auch als Läppchen-Hämorrhoidektomie bezeichnet. Die Indikation zu dieser Operationsmethode sehen wir bei ausgedehntem Hämorrhoidalbefund und fixierten, nicht mehr reponierbaren viertgradigen Hämorrhoiden.

Das Prinzip dieser Operation besteht in der Bildung eines zur äußeren Afterhaut gestielten Schleimhautlappens. Nach Entfernung des unter dem präparierten Läppchen liegenden vergrößerten Hämorrhoidalpolsters und Unterbindung der zu- und abführenden Gefäße, wird das Schleimhautläppchen umgeschlagen und vernäht.

Dieses Operationsverfahren lässt also keine Wunddefekt zurück mit der Gefahr einer narbigen Afterenge. Die Operation wird generell in Allgemeinnarkose oder Spinalanästhesie durchgeführt.

Die Vorteile dieser Operation sind:

  • geringe postoperative Schmerzen
  • Erhaltung der Feinkontinenz
  • keine narbige Afterenge

Die Nachteile dieser Operation sind:

  • hoher zeitlicher Aufwand
  • Gefahr der Nachblutung
  • Abszess- und Fistelbildung
  • Läppchenlösung und teilweiser Läppchenuntergang
  • Windinkontinenz

Die Indikation zur geschlossenen Hämorrhoidektomie nach Arnold und Fransler kann bei fixierten großen Hämorrhoiden gestellt werden.

Geschlossene Hämorrhoidektomie
nach Ferguson

Das Prinzip dieser Operationstechnik besteht nach Ausschneiden der Hämorrhoidalknoten wie bei Milligan-Morgen-Methode und einem anschließenden Längsverschluss der Wunden.

Der Vorteil, Hämorrhoiden auf diese Weise zu operieren, scheint in einer schnelleren Heilung der Wunde und in geringeren postoperativen Schmerzen zu liegen. Bei unsachgemäßer und ausgedehnter Ausschneidung der Hämorrhoidalpolster ist die erhöhte Gefahr einer narbigen Afterenge vorhanden.

Stapler-Hämorrhoidektomie
nach Longo

Hämorrhoiden dritten Grades mit reponierbaren Hämorrhoidalknoten können eine Indikation für dieses neue Operationsverfahren darstellen. Diese neue Operationstechnik erreicht eine Straffung des vergrößerten Hämorrhoidalgewebes bei gleichzeitiger Reposition und Fixierung des Gewebes und verringerter Blutzufuhr zu den Hämorrhoiden. Folglich wird dieses Operationsverfahren auch Hämorrhoidopexie bezeichnet.

Das Prinzip der Operation nach Longo besteht in dem Einführen eines ringförmigen Klammernahtgerätes, durch das ein ringförmiger Schleimhautzylinder oberhalb der Afterkanalschleimhaut entfernt und anschließend wieder vernäht wird. Die Operation wird generell in Allgemeinnarkose mit Relaxation oder Spinalanästhesie vorgenommen. Bedeutsam ist bei diesem Operationsverfahren, dass die Operationsschritte in einem Schleimhautgebiet vorgenommen werden, die keine Schmerznerven enthalten.

Die Vorteile dieser operativen Operationsmethode sind: 

  • keine offene Wunde
  • weniger postoperative Schmerzen
  • schnellere Heilung
  • kürzere postoperative Arbeitsunfähigkeit
  • Erhaltung der Feinkontinenz

Die fachgerechte Operation setzt Erfahrungen in der proktologischen Chirurgie und Rektumchirurgie voraus. An Komplikationen können auftreten:

  • Frühkomplikationen
    • kurz postoperativ Blutung aus der Klammernahtreihe
    • gelegentlicher Harnverhalt
    • vorübergehende anale Inkontinenz aufgrund von Schwellung des Operationsgebietes
    • selten eine Entzündung und Fistelbildung
  • Spätkomplikationen
    • selten eine bleibende Stuhlinkontinenz
    • selten erneute Hämorrhoidalbildung im Klammernahtbereich

Die Stapler-Hämorrhoidektomie ist zusammenfassend eine effektive Ergänzung der bisherigen Operationstechniken und eine Methode mit großem Patientenkomfort. Sie sollte allerdings nur bei Hämorrhoidalleiden 3. Grades vorgenommen werden. Die Hämorrhoidopexie ist ungeeignet bei fixierten nicht reponierbaren Hämorrhoiden vierten Grades. In diesen Fällen werden von uns analplastische Operationen nach Parks oder Arnold und Fransler als geeignet angesehen.

Offene Hämorrhoidektomie
nach Milligan Morgen

Diese Operationsmethode ist als sogenannte Standardoperation bei dritt- und viertgradigen Hämorrhoiden anzusehen. Das Prinzip dieser Hämorrhoidenoperation ist die dreieckförmige Entfernung der Hämorrhoidalpolster nach Unterbindung der zu- und abführenden Gefäße. Die Wunde bleibt offen. Das Herausschneiden der Hämorrhoidalpolster – meist an 3 Stellen – wird mit dem Skalpell, mit Elektroincisionen(Diathermie) oder mit einem Laser vorgenommen. Letzte operative Möglichkeiten scheinen aber keinen Vorteil mit Ausnahme von geringeren postoperativen Schmerzen zu bringen. Zusätzliche Hämorrhoidalknoten können durch gesonderte quere Incision entfernt werden.

An Komplikationen können nach der Hämorrhoiden-Operation Blutungen, Hämatome und ausgedehnte Schwellung bei bis zu 5% der operierten Patienten auftreten. Vorübergehendes Stuhlschmieren (passagere Inkontinenz) kann in bis zu 10% auftreten. Urologische Probleme wie Harnverhalt sind kurz postoperativ bekannt. Stärkere Schmerzen vor allem bei Stuhlentleerung können bis zu 1 Monat nach Operation anhalten. Die dreieckförmigen Wunden heilen sekundär, d.h. durch Narbenbildung. Deshalb kann sich bei dieser Operationsmethode bei ausgedehnten Operationswunden eine narbigen Afterenge entwickeln.

Geschlossene submucöse Hämorrhoidektomie
nach Parks

Die Indikation zu dieser Operationsmethode besteht bei ausgedehntem viertgradigen HämorrhoidenDie Schnittführung der Analschleimhaut erfolgt Y-förmig. Das Entfernen der Hämorrhoiden geschieht folgendermaßen: Nach Freilegung der Hämorrhoidalpolster werden diese unter der Schleimhaut entfernt und die zu- und abführenden Gefäße unterbunden. Die mobilisierten Wundränder werden dann T-förmig wieder vernäht. Auf diese Weise können bei dritt- und viertgradigen Hämorrhoiden drei Bezirke operiert werden.

Der Vorteil dieser operativ aufwendigen Methode besteht in einer geringen postoperativen Schmerzhaftigkeit, in einer schnelleren Wundheilung, in einer Erhaltung der normalen Schleimhaut und einem verminderten Risiko einer narbigen Afterenge.

Minimalinvasive Thermo-Radiofrequenz-Therapie von Hämorrhoiden (RFITTH)

Mit dieser neuen innovativen schmerzarmen und schnellen Operationsmethode werden die zu- und abführenden Gefäße der Hämorrhoidendurch Radiowellenapplikationen verschlossen mit folgender Rückbildung der Hämorrhoidalknoten.

Indikation

Diese Methode wird in unserem Zentrum bei III.- und IV.-gradigen und gemischten inneren und äußeren Hämorrhoiden angewendet.

Methode

Die Operation wird in Allgemein- oder Regionalanästhesie vorgenommen.

Über ein offenes Proktoskop wird unter Sicht eine spezielle bipolare Sonde unter die Schleimhaut tangential direkt an die zu- und abführenden Gefäße der III.- und IV.-gradigen Hämorrhoiden eingebracht und die Radiofrequenzenergie abgegeben.

Die Wirkungsweise besteht darin, dass die Radiofrequenzenergie in biologischem Gewebe Hitze generieren kann, indem Ionen und Wassermoleküle in hochfrequente Schwingungen versetzt werden und so zu einer Koagulation und Verdampfung der Zellen führt. Die abgegebene Wärmeenergie führt zu einer Quer- und Längsschrumpfung der zu- und abführenden Hamorrhoidalgefäße. Eine unkontrollierte Wärme- oder Energieabgabe wie bei einer Laseranwendung wird durch ein Feedbacksystem vermieden. Die Energieabgabe erfolgt nur in einem definierten Areal.

Während der Behandlung wird kontinuierlich der Widerstand des Gewebes gemessen und die Leistungsabgabe genau dosiert, so dass unerwünschte Schädigungen von umliegendem Gewebe vermieden werden.

Insgesamt wird an zwölf Punkten mit einer Spezialsonde die Radiofrequenzenergie abgegeben. Es entsteht durch die Radiowellenenergie in einem Umkreis von 1,0 cm eine Wärme von 60° bis 80° C. Zum Schutz der Schleimhaut und des inneren Schließmuskels wird vor der Sondeneinführung unter die Schleimhaut eine Tumenszenzlösung eingespritzt.

Mit der gleichen Technik kann bei ausgeprägten Hämorrhoidalknoten IV. Grades durch die Sondeneinführung direkt in die Hämorroidalknoten eine zusätzlicheGewebeschrumpfung erzielt werden. Vorhandene perianale Hautvergrößerungen (Varisken) oder Analpolypen werden in üblicher chirurgischer Technik behandelt.

Zum Abschluss der Operation wird eine Analtamponade für 24 Stunden eingelegt. Postoperativ erhalten die Patienten ein Venentonikum und ein leichtes Abführmittel.

Komplikationen

Komplikationen sind bei dieser Methode bisher nicht bekannt.

An den Punktionsstellen kann es lediglich zu kleinen Einstichblutungen kommen, die nach 7 bis 10 Tagen sistieren. Bei ausgeprägten Hamorrhoiden kann es postoperativ zu einer Schwellung des Gewebes kommen, die sich nach 2 bis 3 Wochen zurückbildet. Gelegentlich kann bei älteren männlichen Patienten ein vorübergehender Harnverhalt auftreten.

Ergebnisse

Rezidive von Hämorrhoiden sind nach einer Nachbeobachtungszeit von bis zu 5 Jahren bisher nicht bekannt.

Vorteile der Methode sind

  • schnelle Operation (30-40 Minuten)
  • wenig postoperative Schmerzen
  • komplikationsarm
  • bisher keine Schädigung des umgebenden Gewebes, der Schleimhaut und des Schließmuskels
  • bisher keine Inkontinenz

Dieses neue innovative Operationsverfahren bei Hämorrhoiden durch Applikation von Radiowellenenergie wird von uns für III.- und IV-gradige Hämorrhoiden wegen der angeführten Vorteile als Alternative zu geschlossenen Hämorrhoidektomieverfahren empfohlen.