Herzinsuffizienz (Herzschwäche)

Unter einer Herzinsuffizienz wird die Unfähigkeit des Herzmuskels verstanden, bei normalen Druckwerten ein normales Fördervolumen zu entwickeln. In der Folge entwickelt sich eine Minderdurchblutung, d.h. Unterversorgung des Organismus mit Sauerstoff und Nährstoffen. Das Krankheitsbild der Herzinsuffizienz basiert auf zahlreichen Ursachen, die in unterschiedlicher Weise die Pumpfunktion des Herzens beeinträchtigen.

Angesichts der zunehmend älter werdenden Bevölkerung ist die Herzinsuffizienz eine enorme klinisch-therapeutische und gesundheitspolitische Herausforderung. In Deutschland sind nahezu 2 Millionen Patienten von dieser Erkrankung betroffen, in unterschiedlichen Schweregraden. In mehr als 70% aller Fälle liegen als auslösende Ursachen ein Bluthochdruck und eine koronare Herzkrankheit (Durchblutungsstörung des Herzmuskels) vor.

Prognose

Die Prognose der chronischen Herzinsuffizienz ist außerordentlich ungünstig, insbesondere bei unzureichender Therapie. Bei schwerer Herzinsuffizienz leben nach einem Jahr nur noch 35% und nach drei Jahren nur noch 18% der Patienten. Als Todesursache liegt der plötzliche Herztod mit ca. 40% vor dem Pumpversagen des Herzmuskels mit ca. 30%. Die Überlebensraten ließen sich in den letzten Jahren durch die Entwicklung differenzierter medikamentöser und nichtmedikamentöser Therapiestrategien deutlich verbessern. Voraussetzung ist jedoch die Behandlung der Patienten durch entsprechend spezialisierte und im Umgang mit diesem Krankheitsbild erfahrene Ärzte.

Symptome

Die klinischen Symptome sind beispielsweise Einschränkung der Leistungsfähigkeit, Auftreten von Luftnot bei bereits leichter oder mäßiger körperlicher Belastung, Entwicklung von Wasseransammlungen (Ödemen) insbesondere im Bereich der Beine sowie auch Wassereinlagerungen in der Lunge.

Therapie

Die Therapie richtet sich zunächst nach der auslösenden Ursache, so wird eine koronare Herzerkran-kung anders behandelt als beispielsweise ein Herzklappenfehler. Als chronische Erkrankung ist in der Regel auch eine langjährige oder auch lebenslange medikamentöse unterstützende Therapie erforderlich. Lediglich die verhältnismäßig wenigen Formen der operativ korrekturfähigen Herzinsuffizienz, z.B. bei Herzklappenfehlern, sind langfristig ohne dauerhafte medikamentöse Therapie zu behandeln. Die Diagnostik und differenzierte Therapie der Herzinsuffizienz stellt einen weiteren wesentlichen Schwerpunkt unserer Tätigkeit dar. Betreut werden sie hierbei von erfahrenen Kardiologen, die Sie insbesondere in der Einstellungsphase der Erkrankung engmaschig betreuen können. Ist eine stabile medikamentöse Einstellung erst einmal erreicht, können die Kontrollintervalle deutlich gestreckt werden bzw. in der Regel auch durch die mitbetreuenden Hausärzte wahrgenommen werden. Auch komplexe Behandlungsstrategien wie z.B. die Implantation von Defibrillatoren oder ähnlichen Aggregaten oder auch die Durchführung von Stammzelltherapien können durch die Ärzte unseres Zentrums vermittelt werden.