Behandlung von Impotenz

Impotenz oder erektile Dysfunktion kann Ihren Ursprung in unterschiedlichen Ursachen haben. Unser Spezialist und Facharzt für Urologie Dr. Romitan berät Sie zu aktuellen Behandlungsmethoden rund um das Thema Impotenz.

Impotenz Behandeln:

Terminvergabe

Dr. med. Daniel Romitan

Facharzt für Urologie

 

Ursachen von Impotenz

Mehrere Ursachen für eine Erektionsschwäche einzeln oder in Kombination kommen in Frage. Dabei wird zwischen organischen und psychogenen Ursachen unterschieden, sowie Ursachen begründet in Nebenwirkungen von Medikamenten und Komplikationen nach Operationen.

Impotenz: Organische Ursachen

  • Lebensalter
  • Raucher
  • Bluthochdruck
  • Gefäßverkalkungen der großen Arterien und der Aufzweigungen im Beckenbereich
  • Nervenstörung bei Diabetes mellitus oder Alkoholmissbrauch
  • Hormonstörung (s.u.)
  • Folge von chronischen Erkrankungen (Nieren- und Leberschäden, Stoffwechselstörungen)
  • Zustand nach Entzündung der Vorsteherdrüse (Prostatitis)
  • örtliche Faktoren: Zustand nach Unfall, venöse Gefäßstörung des Schwellkörpers

Impotenz: Psychogene Ursachen

  • Depressionen
  • Partnerschaftsprobleme
  • Versagensängste

Impotenz: Nebenwirkungen von Medikamenten

  • Bluthochdruckmittel
  • Antidepressiva
  • Steroide
  • Immunsuppressiva
  • Hormone (Östrogene, Androgene und Anabolika)

Impotenz: Komplikation nach Operation

  • nach Dickdarmoperation
  • nach Prostataoperation
  • nach Nervendurchtrennung (Sympathektomie)
  • nach Gefäßoperation im Beckenbereich (aorto-femoraler Rekonstruktion)

Erektionsstörung und Diabetes mellitus

Bei fast jedem zweiten Mann mit Diabetes mellitus ist die Erektionsfähigkeit gestört. Die Ursachen von Erektionsstörungen bei Diabetes mellitus sind vielschichtig. Hohe, lange bestehende Blutzuckerwerte schädigen Nerven und Arterien des männlichen Gliedes.

Diagnostik der erektilen Dysfunktion

Die Diagnostik sollte individuell auf den Patienten abgestimmt sein. Erhebung der Krankengeschichte und körperliche Untersuchung sind auch in diesen Fällen Grundpfeiler der Diagnostik.

Körperliche Untersuchung:

Bei der körperlichen Untersuchung ist in diesem Rahmen eine allgemein internistische Ganzkörperuntersuchung einschließlich Gefäß- und neurologischer Status, Untersuchung des äußeren Genitale, digitale und Ultraschalluntersuchung der Prostata zu fordern.

Labordiagnostik:

Die Labordiagnostik bei erektiler Dysfunktion umfaßt den Ausschluß eines Diabetes mellitus, eines Hypogonadismus, einer Hypoprolaktinämie, einer Nebennieren- insuffizienz, einer Hypo- und einer Hyperthyreose. Weiterhin müssen feminisierende Tumoren ausgeschlossen werden. Das Labor umfaßt eine Basisdiagnostik mit BSG, Blutbild, Leberwerten, Nierenwerten, Cholesterin, Blutzucker, Natrium und Kalium. An Hormonwerten sollten folgende Parameter bestimmt werden: Testosteron, Androstendion, DHEA-Sulfat, Androstandiol- Glukuronid, LG und FSH, Prolaktin, Cortisol, ACTH, Progesteron, T3, T4, TSH, TSH-Rezeptor-antikörper, Miktosomale-Antikörper, Thyreoglobulin-Antikörper. Liegen LH und FSH erhöht und das Testosteron erniedrigt, handelt es sich um einen primären Hypogonadismus und eine Testosteronsubstitionstherpie kann nach Überprüfung der Prostata eingeleitet werden. Finden sich dagegen LH, FSH und Testosteron erniedrigt, handelt es sich um einen sekundären Hypogonadismus, und ein LHRH-Test muß angeschlossen werden, um zwischen einer hypothalamischen und hypophysären Störung zu unterscheiden. Steigen das LH und FSH an, handelt es sich um eine hypothalamische Störung, und eine Substitutionstherapie kann begonnen werden; steigen LH und FSH nicht an, muß ein MRT der Hypophysenregion veranlaßt werden, um eine hypophysäre Störung (z.b. Hypphysenadenom) auszuschließen oder zu bestätigen; steigt dagegen das LH ausreichend an, nicht aber das FSH, so handelt es sich um ein Pasqualini-Syndrom, und eine Substitutionstherapie kann im Bedarfsfall eingeleitet werden. Des weiteren sollte ein Spermiogramm angefertigt werden, da häufig eine Oligospermie gefunden wird.

Gefäßdiagnostik:

Da die erektile Dysfunktion häufig durch Veränderung des arteriellen Gefäßsystems bedingt sein kann, sollte eine Gefäßuntersuchung der Beinarterien, der Kopfschlagader und der Herzgefäße in Betracht gezogen werden. Arteriosklerotisch bedingte Gefäßerkrankungen können so im Frühstadium erkannt werden und entsprechende vorbeugende Maßnahmen eingeleitet werden. Eine spezielle Gefäßdiagnostik sollte durchgeführt werden:

  • Doppler-Sonographie der Gliedgefäße
  • Messung des Durchblutungsdruckes der Gliedgefäße
  • Duplex-Sonographie der Gliedgefäße
  • eventuell röntgenologische Darstellung der Gliedgefäße (Angio-CT oder Phallo-arteriographie)

Therapie der Impotenz/Potenzschwäche

Die therapeutischen Maßnahmen sollten sich am Patienten orientieren. Es ist sinnvoll mit gering invasiven Therapiemöglichkeiten zu beginnen und bei Mißerfolg bzw. Unzufriedenheit des Patienten auf invasivere Therapiemöglichkeiten überzugehen.

  • Bei psychogener Ursache ist eine entsprechende Therapie und eventuell eine medikamentöse Therapie angezeigt.
  • Überprüfung der möglichen Nebenwirkung der eingenommenen Medikamente.
  • Bei zugrundeliegender Grunderkrankung wie Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörung entsprechende Therapie.
  • Vermeidung von Risikofaktoren für Gefäßschaden: inhalatives Rauchen, fettreiche Ernährung, Übergewicht, Bluthochdruck

Die ideale Therapie der erektilen Dysfunktion sollte folgende Eigenschaften aufweisen.

  • unkompliziert in der Anwendung
  • nicht invasiv
  • schmerzlos
  • wirksam und zuverlässig
  • ohne Nebenwirkung
  • kausaler Wirkansatz

Mechanische Hilfsmittel

Vakuumapparat

Dieses mechanische Hilfsmittel bewirkt eine passive Dehnung des Gliedes und über ein Gummiband wird der venöse Abfluss behindert. Vorteile dieser Methode sind das Fehlen von schweren Nebenwirkungen, die gute Akzeptanz und die schnelle Rückbildung. Als nachteilig werden angeführt: auftretenden Blauverfärbung, Taubheitsgefühl und kleine Hautblutungen Die Zufriedenheitsrate wird bei Anwendung der Vakuumpumpe mit bis zu 90% angegeben.

Intraurethrale Applikation

MUSE (medicated urethral system for erection) Bei dieser Methode wird ein Pellet mit einer Wirksubstanz in die Harnröhre eingeführt und dort abgegeben. Als Wirksubstanz hat sich Prostaglandin E1 bewährt. Die Ansprechrate soll bei hoher Dosis von Prostaglandin E1 bei 65% liegen. Mögliche Nachteile sind: Schmerzen im Glied, Kollaps. Blutungen der Harnröhre und Entzündungen.

Schwellkörperselbstinjektion

SKAT (Schwellkörper Autoinjektions Therapie)
Mit einer Insulinspritze wird das Medikament auf einer Seite körpernah in den Schwellkörper injiziert. Je nach verwendeter Substanz tritt nach 10-15 Minuten eine Erektion ein. Das heute gebräuchlichste Medikament ist Prostaglandin E 1. Die Schwellkörperselbstinjetion ist jedoch nicht frei von Nebenwirkungen. Diese sind: Schmerzen an der Injektionsstelle, bindegewebige Umwandlung des Schwellkörpers, Blutergußbildung, Entzündungen.

Hormontherapie

Liegt eine endokrinologische Ursache zugrunde wie z.B. ein Diabetes mellitus, eine Hyperprolaktinämie, eine Nebenniereninsuffizienz, eine Hypo- oder Hyperthyreose, muß diese therapiert werden. Dieses bedeutet, daß der Blutzucker eingestellt werden muß, und ebenso das Prolaktin bei Hyperprolaktinämie bzw. bei Proklaktinom. Bei einer Nebenniereninsuffizienz müssen das Cortisol und die Mineralcorticoide substituiert werden. Bei einer Hypothyreose muß das Schilddrüsenhormon substituiert und bei Hyperthyreose die Schulddrüse durch Thyreostatika gebremst werden. Bei einem primären oder sekundären Hypogonadismus muß das männliche Hormon (Testosteron) ergänzt werden. Dieses kann durch ein Testosteronpflaster oder durch eine intramuskuläre Gabe verabreicht werden. Hier können zwei Wege beschritten werden. Der eine Weg besteht in einer etwa dreiwöchentlichen Gabe von 250mg Testosteron intramuskulär. Dieser Zeitraum muß individuell ausgetestet werden.

Der andere Weg besteht in einer dreimonatigen Gabe von 1000mg Testosteron. Kontraindikationen für diese Therapie sind androgenabhängige Mammacarcinome bzw. Lebertumoren. Bei einer erketilen Dysfunktion wird häufig eine Leydigzell-Fehlfunktion der Hoden mit normalen Testosteron-, LH und FSH-Werten gefunden. In dieser Situation kann ein Testosteronsubstitutionsversuch unternommen werden. Dieser besteht in einer Doppelblindgabe von Testosteron innerhalb von acht Wochen. In den ersten oder letzten vier Wochen kann Testosteron in einer Dosierung von etwa 200 mg pro Woche intramuskulär gegeben werden, während in der anderen Vierwochenperiode ein Placebo verabreicht wird. Zwei Wochen nach der letzten Injektion wird der patient befragt, ob er während der ersten oder zweiten vierwöchigen Periode eine Besserung der Symptome gespürt habe. Falls diese mit der Testosterongabe übereinstimmt, wäre eine Substitutuionstherapie sinnvoll. Wenn während beider Perioden keine Besserung angegeben wird, ist eine Leydigzell-Dysfunktion ausgeschlossen. Eine Testosterongabe macht in diesem Fall keinen Sinn.

Medikamentöse Therapie bei Potenzschwäche

Die medikamentöse Behandlung mit Yohimbin und Apomorphin wird als nicht effektiv bewertet. Durch die Medikamente Sildenafil (Viagra), Tadalafil (Cialis) und Vardenafil (Levitra) wird gezielt vorübergehend der Abbau eines Enzyms (cGMP) unterbrochen, das für die Erschlaffung der glatten Muskulatur der Gefäße und des Schwellkörpers verantwortlich ist. Dadurch kommt es etwa 60 Minuten nach Einnahme durch Erschlaffung der glatten Muskulatur zu einer Erektion. Bei einer ausreichenden Dosierung (50-100mg Sildenafil, 10-20mg Tadalafil und Vardenafil) sprechen etwa 70% der Patienten an. Die Anwendung von Sildenafil ist jedoch auch mit einer Reihe von Nebenwirkungen behaftet:

  • Kopfschmerzen (16%)
  • Rötung des gesamten Körper (flush) (10%)
  • Blutdrucksenkung (2%)
  • Benommenheit (2%)
  • Verdauungsstörungen (7%)
  • Durchfall (3%)
  • Muskelschmerzen (3%)
  • Sehstörungen (3%)
  • Hautausschlag (2%)

Als Gegenanzeige für die Einnahme müssen beachtet werden:

  • gleichzeitige Einnahme von Nitraten (Herzerkrankunge)
  • ausgeprägter niedriger Blutdruck
  • Augenerkrankungen (Reinitis pigmentosa)

Operative Therapie

Nach Fehlschlagen der konservativen Behandlung steht eine Reihe von operativen Maßnahmen zur Wahl. Diese operativen Möglichkeiten umfassen Gefäßrekonstruktion der Arterien, Sperroperationen der Venen und Prothesenimplantation. Die arteriellen Gefäßrekonstruktionen sind aufwendig. Die Erfolgsrate wird mit 20-80% angegeben. Die Sperroperationen der Venen weisen gute Kurzzeit- aber nur geringe Langzeiterfolge auf.

Die Prothesenchirurgie sollte diskutiert werden bei Patienten, bei denen alle konservativen Therapieversuche fehlgeschlagen sind und bei denen ein dringender Potenzwunsch besteht. Die Implantation einer Prothese hat sich weiterentwickelt und kann inzwischen gute Ergebnisse aufzeigen. Hydraulische Zwei- oder Dreikomponenten Modelle sind funktionsadaptiert und für die Implantation vorzuziehen. Allerdings sind mit der Weiterentwicklung der Prothesen auch die Kosten angestiegen. 80% der Patienten mit einer Prothesenimplantation sind mit dem Ergebnis zufrieden. Typische Komplikationen in Form von Infektionen und mechanische Fehler sollen bei der Indikationsstellung abgewogen werden.

Zusammenfassend ist für eine adäquate und eine an den Ursachen der erektilen Dysfunktion sich orientierende Diagnostik erforderlich um eine gezielte Behandlung einzuschlagen. Durch das von uns konzipierte Untersuchungsprogramm, dass hauptsächlich auf Gefäß- und Hormonanalysen basiert ist eine genaue Abklärung der Sexualstörungen möglich. Gezielte Diagnostik und Behandlung wird somit zur Männergesundheit führen.

Definition der Impotenz

Generell wird unter dem Begriff der erektilen Dysfunktion die Unfähigkeit verstanden, die für den Geschlechtsverkehr erforderlich Versteifung des männlichen Gliedes zu erreichen. Andere Bezeichnungen für die erektile Dysfunktion sind: Erektionsstörung, Erektionsschwäche, Männliche Sexualstörung, Potenzstörung, Potenzschwäche.

Aufgrund des heutigen sozialen Umfeldes mit Erfolgsdruck im Berufs- wie auch im Privat- und Intimleben wird ein Patient mit einer Impotenz selten von sich aus einen Arzt auf dieses Problem ansprechen. Mit den nachfolgenden Erklärungen über dieses Thema wollen wir Ihnen die Gelegenheit bieten sich ausführlich zu informieren.

Häufigkeit von Erektionsstörungen

Als Patient mit Erektionsstörungen sollte es für Sie kein Grund sein, sich vor einem Arzt zu schämen. Berichten Sie so offen wie möglich über Ihre Probleme. Die genau Beschreibung des Problems ist gemeinsam mit eriner fachkundigen Untersuchung eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung. Exakte Daten über die Häufigkeit liegen nicht vor. Die in der zugängigen Literatur zu findenden Angaben zeigen eine große Schwankungsbreite. Es wird angenommen, dass je nach Ursache und Erhebungsdaten einschließlich der Diagnosekriterien 10-50% der Männer ab dem 40. Lebensjahr eine erektile Dysfunktion haben, 30% hiervon eine komplette oder schwere Form dieser Sexualstörung. Mit zunehmendem Alter und bei Rauchern tritt die erektile Dysfunktion häufiger auf. Diabetiker sind signifikant in einem früheren Lebensalter betroffen.

Um die notwendige Diagnostik einzuleiten und Behandlungsoptionen besser zu verstehen, werden einige Fakten vom anatomischen Aufbau und vom Mechanismus der Erektion beschrieben.

Anatomischer Aufbau des Penis

Das männliche Glied besteht im Wesentlichen aus den paarig angeordneten Schwellkörpern, die von einer festen Hülle umgeben sind. Die Schwellkörper wiederum stellen ein dreidimensionales gut durchblutetes Netzwerk aus Bindegewebe und glatter Muskulatur dar. Arterielles Blut wird in den Schwellkörpern über paarig angeordnete Arterien zugeführt. Der venöse Abfluss erfolgt über ein feines Venengeflecht, die nervale Steuerung über das willensunabhängige autonome Nervensystem.

Mechanismus der Erektion

Unter dem Einfluss der parasympatischen Innervation kommt es zu einer Erweiterung der das Glied versorgenden Arterien und gleichzeitig zu einer Erschlaffung der glatten Muskelzellen des Schwellkörpers. Dadurch nimmt der Einstrom von zuführenden Arterienblut und Füllungszustand des Schwellkörpers zu. Durch die feste Umhüllung der Schwellkörper steigt der Gewebedruck und führt zu einer Kompression des Venennetzes und damit zu einem verminderten Blutabfluss. Dieser Vorgang bewirkt wiederum einen zusätzlichen Druckanstieg im Schwellkörpersystem. An der Erschlaffung der glatten Muskulatur der zuführenden Arterien und des Schwellkörpers ist im wesentlichen ein Überträgerstoff (Neurotransmitter), das Stickoxid (NO) beteiligt. Das durch biochemische Prozesse in der Gefäßinnenhaut (Endothel) gebildete Stickoxid diffundiert in die glatten Muskelzellen und bewirkt dort über mehrere Enzymstufen eine Senkung der Calciumkonzentration mit der Folge einer Erschlaffung der glatten Muskulatur.