Krampfader Operation
Es besteht heute die übereinstimmende Meinung, dass Krampfadern unabhängig von den Beschwerden so früh wie möglich behandelt werden sollten. Unter Berücksichtigung der präoperativen Untersuchungsergebnisse und Indikationsstellung zur OP wird in unserem Zentrum die Empfehlung zu einem minimal-invasiven endovenösen OP-Verfahren ausgesprochen.

Nach der bisherigen medizinischen Datenlage sind die endovenösen Therapieverfahren den konventionellen OP-Verfahren mit Stripping im Hinblick auf intra- und postoperativen Komplikationen sowie Lebensqualität der Patienten als überlegen anzusehen. Auch der Forderung nach kosmetisch optimalen Ergebnissen neben der Sanierung des krankhaften venösen Blutstromes und dessen Folgen können die endovenösen Operationsverfahren eher gerecht werden.

Terminvereinbarung

Venenspezialist

Prof. Dr. med. habil. Lutz Lehmann

Facharzt für Phlebologie

Krampfader Operation: Indikation

  • je jünger der Patient mit einem Venenleiden ist, um so eher sollte ihm zur operativen Behandlung geraten werden.
  • wenn eine Besserung der Beschwerden erwartet werden kann.
  • bei Nachweis von krankhaften Verbindungen des oberflächlichen mit dem tiefen Venensystem (Privatkreislauf)
  • bei Komplikationen des Venensystems:
    • aufsteigende Venenentzündung
    • Krampfaderblutung
    • abgeheiltes Beingeschwür (ulcus cruris)
    • Blutgerinselbildung (Thrombose)
  • bei anderen geplanten Eingriffen am Bein
  • aus kosmetischen Gründen

Krampfader Operation: Absolute Kontraindikation

  • akute tiefe Beinvenenthrombose oder Beckenvenenthrombose
  • suffiziente Anteile von Stammvenen (Transplantatmaterial für Bypassoperationen)

Krampfader Operation: Relative Kontraindikation

  • schwere Allgemeinerkrankungen
  • Bettlägerigkeit
  • Blutgerinnungsstörung
  • arterielle Durchblutungsstörung
  • Lymphödem
  • Entzündung im Operationsgebiet
  • Haut- und Unterhautverdickung und Verfärbung

Krampfader Operation: Verfahren

Je nach Diagnose kommen unterschiedliche Operationsverfahren zur Behandlung und Entfernung von Krampfadern in frage. Unser Venenexperte Prof. Lehmann wird Sie, nach eingehender Untersuchung, optimal zum weiteren Vorgehen beraten.

Krampfadern: Klassische Varizenoperation

Die klassische Operation besteht aus 4 Anteilen

  • Unterbindung der Einmündung in der Leiste (Crossektomie)
  • stadiengerechte Entfernung der Stammvene (Stripping)
  • Entfernung der Seitenäste
  • Unterbindung von krankhaften Verbindungsvenen (Perforansvenen)

Bei diesem heute noch häufigsten Operationsverfahren wird die erweiterte Stammvene am Ober- und Unterschenkel nach Unterbindung der Verbindungsstelle zum tiefen Venensystem an der Leiste oder Kniekehle (Crossektomie) gezogen (Stripping). Wir verwenden zur Entfernung der Vene ein spezielles Verfahren bei dem die Vene nach innen gezogen wird (Invaginationsstripping). Hierdurch entsteht ein kleines Wundbett mit der Folge einer geringeren Blutergußbildung und weniger Schmerzen. Über kleine zusätzliche Stiche werden die Seitenäste entfernt (Miniphlebektomie).

Varizen-Stripping

Der Eingriff wird in Allgemeinnarkose oder rückenmarksnahe Schmerzausschaltung (Peridural- oder Spinalanästhesie) oder auch in einer erweiterten örtlichen Betäubung (Tumescenzanästhesie) durchgeführt. Nach der Operation wird in der Regel ein mehrlagiger Kompressionsverband für 5-7 Tage angelegt und anschließend ein Kompressionsstrumpf der Klasse 2 für 4-6 Wochen getragen.

Intraoperative Komplikationen wie Verletzung großer Venen und Arterien sind sehr selten.
Perioperative Komplikationen ereignen sich nach wenigen Operationen – tiefe Venenthrombosen, Wundentzündungen
Rezidive werden in bis zu 50% > 5 Jahren angegeben.
Nachteile der klassischen Varizenoperation sind:
– Stärkere Schmerzen in den ersten postoperativen Tagen im Bereich der Leistenwunde und im Bereich der   Wundkanäle im Bereich der Ober- und Unterschenkel
– Längere postoperative Kompressionsbehandlung bis zu 6 Wochen.
Von Vorteil ist 100% Ausschaltung des krankhaften venösen Blutflusses (Privatkreislauf).

Modifikationen der klassischen Varizenoperation sind

  • Invaginationsstripping,
  • PIN-Stripping und
  • Kryostripping.

Diese Modifikationen haben auf die Ergebnisse keinen wesentlichen Einfluss.

Krampfader Operation: Kryostripping

Bei dieser Methode wird die Stammvenen durch einen von der Leiste aus vorgeschobenen Sondenkopf bei 85° C abgefroren und dann Richtung Leiste durch Einstülpung entfernt.

Vorteil dieser Methode ist, dass einzusätzlicher Schnitt am Ober- oder Unterschenkel nicht notwendig ist. Ein großer Nachteil der Kryomethode liegt in der häufiger auftretenden Nervenschädigungen.

Kryostripping

Krampfader Operation: Chiva-Verfahren

Bei diesem als minimal invasiv zu bezeichnenden Operationsverfahren werden nach ausgiebiger duplexsonographischer Untersuchung lediglich die krankhaften Verbindungsstellen des oberflächlichen zum tiefen Venensystem über einen kleinen Hautschnitt im Leistenbereich unterbunden. Die krankhaften Sammelvenen bleiben erhalten. Die OP-Methode hat zum Ziel, dass kein krankhafter Venenfluss aus dem tiefen Venensystem in das oberflächliche Venensystem vorhanden ist.

Die Operation wird in örtlicher Betäubung vorgenommen. Perioperative Komplikationen der Chiva Methode sind bis auf eine Venenentzündung der großen Stammvene sehr selten. Die Operation kann in örtlicher Betäubung vorgenommen und kann wegen des geringen Operationstraumas als minimal invasiv eingestuft werden und wird ambulant durchgeführt.

Ergebnisse:
Die Rezidivrate liegt bei 11%. Nachteilig ist bei diesem Operationsverfahren, dass bei über 50% der operierten Patienten eine Zweitoperation der Stammveneneinmündung in der Leiste vorgenommen werden muß.

Krampfader Operation: Endovenöses Verfahren

Diese Verfahren streben eine Schrumpfung und Verschluß der Stammvenen durch Ausstrahlung von Energie durch eine eingeführte Sonde an. Das Operationstrauma wird vor allem durch Verzicht auf die Operation in der Leiste (Crossektomie) minimiert.

Das minimal-invasive  OP-Verfahren beinhaltet die Vermeidung von größeren Wunden, geringe Schädigung des Gewebes, minimale Belastung des Patienten, keine oder geringe postoperative Schmerzen und schnelle Rekonvaleszens. Die minimal-invasiven endovenösen OP-Verfahren schalten durch Verschluss der großen Sammelvenen den krankhaften Venenfluss (Privatkreislauf) aus und verzichten auf den Operationsschnitt in der Leiste.

Endovenöses Radiofrequenz-Verfahren (VNUS-Closure)

Voraussetzung für dieses Verfahren ist die Duplexuntersuchung zur Bestimmung der untersten Stelle der erweiterten Stammvene und des Abstandes zwischen Vene und Haut. Nach Lokalisation des Venenverlaufs wird die Stammvene am Unterschenkel punktiert und unter Ultraschallkontrolle die Radiofrequenzsonde bis zur Leiste unterhalb der Einmündung der Stammvene in das tiefe Venensystem vorgeschoben. Nach Infiltration von einer speziellen Lösung für örtliche Betäubung (Tumeszenzlösung) in das Bett der Stammvenen wird die Venenwand durch die Katheterspitze mit Hochfrequenzenergie auf 120° C aufgeheizt.

Die abgegebene Wärmeenergie bewirkt eine Schädigung der Gefäßinnenwand (Intima) und der weiteren Gefäßwände mit folgender Schrumpfung und Verschluss der Vene.

Das Closureverfahren kann in alleiniger örtlicher Betäubung (Tumeszens) oder in Allgemeinnarkose mit Tumeszensanästhesie unter ambulanten Bedingungen durchgeführt werden. Eine Einschränkung für diese Verfahren besteht bei stark erweiterten Venen über 2 cm. Dieses endovenöse Verfahren verfügt über einen Rückkopplungsmechanismus mit konstanter Temperatur – und Energieabgabe. Entscheidend ist die Applikation einer Tumeszenslösung unter Ultraschallkontrolle im gesamten Venenverlauf als Schutz vor möglichen Verbrennungen und als zusätzlicher Druck auf die Vene um einen guten Kontakt zwischen Venenwand und Sonde zu erzielen. Varizenseitenäste werden intraoperativ durch Miniphlebektomie oder Injektion von Sklerosierungsschaum (sandwich-Technik) verschlossen.

Postoperativ wird für 2 Wochen das Tragen eines Kompressionsstrumpfes Kl. 2 und die Gabe eines gerinnungshemmenden Medikamentes als Thromboseprophylaxe für 6 Tage empfohlen.

Perioperative Komplikationen sind gering – tiefe Venenthrombosen, Hautschädigungen , Venenentzündungen und vorübergehende Gefühlsstörung.

Ergebnisse:
Nach 2-5 Jahren sind die Sammelvenen in 90-100 % ausgeschaltet.
Die Vorteile der Methode sind:
– OP auch bei Risikopatienten und antikoakulierten Patienten möglich
– Kurze OP-Zeiten
– Minimal-invasives Verfahren mit geringer Gewebetraumatisierung
– 1 kleine Wunde (Einstichstelle des Katheters) keine Leistenwunde
– Schmerzarm oder schmerzfrei
– Schnelle Rekonvaleszens
– Kurze Arbeitsunfähigkeit
Die Nachteile der Methode sind:
– Mögliche thermische Schädigungen der Haut
– Ausbildung von bräunlichen Hautverfärbungen im Bereich der verschlossenen Vene (Ekchymosen)
– Meist vorübergehende Gefühlstörungen im Unterschenkelbereich

 

Bipolare Radiofrequenz-induzierte Thermotherapie (RFITT)

Bei diesem endovenösem Verfahren mit Radiowelle wird die thermische Energie an die Venenwand durch eine bipolare Anordnung der Elektroden abgegeben. Die thermische Energie entsteht im Gegensatz zu dem VNUS-Closure Verfahren direkt in der Venenwand. Der innerste Anteil der Venenwand erhitzt sich auf 75-85° C. Mit folgender Zerstörung der Veneninnenwand (Intima) und partiell der Venenmuskelschicht.

Für dieses endovenöse Verfahren ist wiederum ein genaue prä- als auch intraoperative Kontrolle der zu operierenden Sammelvene erforderlich. Die zu operierende Vene wird wiederum am untersten Insuffizienzpunkt im Unterschenkel oder Sprunggelenksbereich punktiert und über eine Schleuse wird der Katheter bis zur Leiste vorgeschoben und dann unter kontinuierlicher Energieabgabe zurückgezogen. Diese endovenöse Operationsverfahren kann wiederum mit einer Miniphlebektomie oder Schaumsklerosierung (sandwich-Technik) der Seitenäste kombiniert werden.

Postoperativ wird eine Thromboseprophylaxe für 6 Tage mit einem gerinnungshemmenden Medikamentes und das Tragen eine Kompressionsstrumpfes der Kl. 2 für 2 Wochen empfohlen.

Die Vorteile entsprechen denen des VNUS-Closure Verfahrens.
Zusätzliche Vorteile können sein:
– Auch Behandlung von großkalibrigen Venen
– Geringere postoperative Gefühlsstörungen
– Geringere thermische Schädigungen der Haut
– Geringere Ausbildung von Hautverfärbungen (Ekchymosen)

Endovenöse Lasertherapie

Das Prinzip dieses minimal-invasiven Operationsverfahrens besteht in einer Dampfblasenbildung mit Zerstörung der Blutzellen durch einen in die Stammvene eingeführten Laserlichtleiter mit Hitzeweiterleitung an die Venenwand und Schädigung der Veneninnenwand und Verschluß der Vene nach einigen Tagen. Die Lasersonde wird durch eine körperferne Punktion der Stammvene ober- oder unterhalb des Kniegelenkes eingeführt und bis kurz vor Einmündung der Stammvene in das tiefe Venensystem (Crosse) vorgeschoben und durch langsames Zurückziehen der Sonde wird Hitze von 700-1200° C an der Sondenspitze an das Blut abgegeben. Verwendet werden Laser mit einer Wellenlänge von 810-1470 Nanometer. Das Verfahren ist ebenfalls als minimal invasiv zu bezeichnen da ein Leistenschnitt entfällt und ein Wundbett nicht entsteht. Seitenäste können durch Miniphlebektomie oder Schaumsklerosierung versorgt werden. Gegenanzeigen für das Operationsverfahren existieren bei stark erweiterten Venen (Aneurysma) und starker Schlängelung, da die Dampfblase nicht mit der Venenwand in Kontakt kommt und bei dünnwandigen Gefäßen.

Die Operation wird in örtlicher Betäubung mit einem verdünnten Betäubungsmittel entlang der Vene (Tumeszenzanästhesie) vorgenommen um das benachbarte Gewebe vor der Einwirkung des Laserstrahles zu schützen. Die EVLT eignet sich durch die geringe Invasivität als ambulanter Eingriff. Als postoperative Komplikationen können stärkere Schmerzen entlang der verschlossenen Vene,  eine tiefeVenenthrombose, kleine Hautblutungen (Ekchymosen) und Hautverfärbungen sowie Gefühlsstörungen auftreten. Ein erfolgreicher Verschluß der Vene wird nach 2 Jahren in 93% der Fälle erreicht.

Die perioperativen Komplikationen sind gering jedoch scheinen sie im Vergleich zu anderen endovenösen Verfahren höher zu liegen.

Ergebnisse:
Je nach verwendetem Lasertyp und Nachuntersuchungsintervall werden Verschlussraten von 66-100% erzielt Die Verschlussrate ist eindeutig abhängig von der abgegebenen Laserenergie.
Die Nachteile der Lasertherapie sind:
– Mögliche Perforation der Venenwand
– Vermehrtes Auftreten von Venenthrombosen und Venenentzündungen
– Gehäuftes Vorkommen von Hautverfärbungen im Bereich der verschlossenen Venen (Ekchymosen)
– Stärkere Schmerzen entlang der verschlossenen Vene

Alleinige Sklerosierungsbehandlung der Sammelvene

Durch Aufschäumung des Verödungsmittels (Microfoam-Sklerosierung) wird eine Verstärkung der Verödungsreaktion auch bei größeren Venen (Sammelvenen) erzielt. Durch die Aufschäumung wird eine Vergrößerung der Oberfläche und eine größere Kontaktzeit erreicht.

  • Langzeitergebnisse fehlen bislang
  • Frühergebnisse sind gut jedoch ist mit diesem Verfahren die Gefahr des Einbringens von Verödungsmittel in das tiefe Venensystem mit der Komplikation einer tiefen Venenthrombose verbunden.

Klappenrekonstruktion – Valvuloplastik

Grundgedanke dieser Operationsverfahren ist es durch Einengung des Lumens der Sammelvene eine Normalisierung der Venenklappenfunktion zu erreichen. In der Mündungsregion der großen Rosevene (vena saphena magna) wird diese durch eine Kunststoffmanschette (Dacron) umscheidet und eingeengt.

Kritisch ist bei diesem Verfahren anzumerken, dass einmal in einem hohen Prozentsatz der operierten Patienten ein krankhafter Fluß von der tiefen Vene in die Sammelvene (Reflux) bestehen bleibt und zum anderen dass die Degeneration der Sammelvene bestehen bleibt.

Krampfader Operation: Perforansvenen

Perforansvenen sind Verbindungsvenen zwischen dem oberflächlichen und tiefen Venensystem. Durch die Venenklappen in diesen Verbindungsvenen wird die Blutströmung beim Gesunden in eine Richtung von außen nach innen geleitet. Diese Verbindungsvenen haben bei allen Venenerkrankungen infolge einer Schlüsselstellung eine wichtige Bedeutung. Unter krankhaften Bedingungen ist die von außen nach innen gerichtete Blutströmung aufgehoben. Von den ca. 150 Perforansvenen sind nur einige im Ober- und Unterschenkelbereich wichtig (Schlüsselperforantes).

Unter den Schlüsselperforantes sind die Cockett-Perforansvenen an der Innenseite des Unterschenkels von Bedeutung. Diese Verbindungsvenen sind bei verschiedenen Krank-heitsbilder beteiligt und sind dann unmittelbare Ursache für die Entwicklung einer sogenannten chronischen venösen Insuffizienz mit allen ihren Komplikationen bis hin zum Beingeschwür (ulcus cruris).

Die Diagnose einer krankhaft veränderten Perforansvene wird durch das klinische Bild mit örtlicher Pigmentstörung, Gewebsverhärtung und Vorwölbung der Vene über das Hautniveau (blow out), die Duplexuntersuchung oder die Phlebographie gestellt.

Behandlung der Perforansvenen

Die operative Therapie ist derzeit die Behandlungsmethode der Wahl. Sie muß in der Regel aber als ein Teil der Behandlung eines Venenleidens mit einem sogenannten Rezirkulations- oder Privatkreislaufes angesehen werden. Für die operative Behandlung der krankhaft veränderten Verbindungsvenen stehen folgende Methoden zur Verfügung.

1. gezielte Unterbindung der Verbindungsvene über einen Hautschnitt (subfasciale Dissektion). Diese Operationsmethode ist mit folgenden Komplikationen behaftet: Wundheilungsstörung, Nervenverletzung (n.saphenus) und Lymphfistel.

Die genannten Komplikationen lassen sich durch besondere Vorsichtsmaßnahmen und Operationstechnik reduzieren.

2. endoskopische Perforansunterbindung Über einen Hautschnitt von ca. 2cm Länge an der Innenseite des oberen Unterschenkel wird ein spezielles Endoskop unter die Unterschenkelfascie eingebracht. In dem lockeren Gewebe zwischen Muskulatur und Fascie können meist alle krankhaft veränderten Perforansvenen bis hin zur Knöchelregion erkannt und durchtrennt werden. Die Durchtrennung wird nach Verschließen der Venen durch Strom oder Clips vorgenommen. Falls erforderlich kann über dem gleichen Zugang eine endoskopische Durchtrennung der Fascie angestrebt werden um eine Verbesserung der Durchblutung zu erzielen. Die endoskopische Operation kann auch durch Einbringen von Gas (CO2) ausgeführt werden. Der Vorteil dieses Vorgehens liegt in einer besseren Übersichtlichkeit.

Vorteile:

  • ohne eine weiteren Hautschnitt ist die Operation bei der Stammvenenentfernung am Oberschenkel möglich, kosmetische Vorteile
  • meist können alle maßgeblichen Perforansvenen gesehen werden durch das subfasciale Vorgehen können die Nebenäste der Perforansvenen mitdurchtrennt werden, die Operation ist radikaler
  • begleitende Arterien und Nerven werden identifiziert und deren Verletzungsmöglichkeit ist geringer
  • die Operation ist selbst bei ausgedehnten Veränderungen der Haut und des Unterhautgewebes möglich
  • der Hautschnitt für die Operation wird fernab von entzündlichen Hautveränderungen angelegt. Die hohe Rate von Wundkomplikationen ist somit deutlich verringert.

Komplikationen:

Der endoskopischen Perforansdissektion muß wie bei jedem Operationsverfahren eine wenn auch vergleichbar geringe Komplikationsrate zugeordnet werden.

  • Blutergußbildung
  • Wundentzündung
  • Gefühlsstörungen
  • dumpfe Schmerzen

Nachbehandlung:

Nach der Operation ist es zur Vermeidung eines Blutergusses und einer Schwellung erforderlich einen Kompressionsverband für 5-7 Tage an zu legen. Alternativ kann ein  Kompressionsstrumpf der Klasse 2 verordnet werden.

Ergebnisse:

Die endoskopische Perforansdissektion ist eine ergänzende Operationsmethode vor allem bei venös bedingten chronischen Gewebsveränderungen. Die Vorteile überwiegen bei weitem und die Komplikationsmöglichkeiten sind gering. Überzeugend sind die geringen Wundheilungsstörungen und die niedrigen Rezidivraten.

Krampfader Operation: Miniphlebektomie

Dieses Operationsverfahren von kleinen und kleinsten erweiterten Venen ist ein wesentlicher Bestandteil der minimal invasiven Venenchirurgie. Die Miniphlebektomie wird als Ergänzung nach größeren venenchirurgischen Eingriffen als auch als isolierte Operationdurchgeführt. Diese Operationsmethode steht in Konkurrenz zur Sklerosierungsbehandlung und hat einen hohen Anspruch auf Ästhetik. Die Methode eignet sich vortrefflich für die Unterbindung von Versorgungsgefäßen (Wurzeln) von Besenreiservarizen die dann postoperativ erfolgreich sklerosiert werden können.

Anästhesie

Die Operation kann je nach Ausdehnung des Befundes und Lokalisation in Regional- oder Lokalanästhesie (Tumeszenzanästhesie) durchgeführt werden.

Operationsmethode

Miniphlebektomie

Nach exaktem Anzeichnen mit einem wasserunlöslichen Stift werden ja nach Durchmesser der zu entfernenden Vene kleinste Hautincisionen von 1-4mm Länge angelegt. Je nach Zerreißlichkeit der Venen beträgt der Abstand zwischen den Hautschnitten 4-10cm. Die unter der Haut liegende Vene wird dann mit Spezialinstrumenten, Minihäckchen und einem Spatel mobilisiert und die so ausgehülste Vene vor die Haut gezogen, durchtrennt und herausgezogen. Eine Naht der Wunde ist meist wegen der kleinen Incisionen überflüssig. Die Stichwunden werden durch einen Pflasterverband oder einen Hautkleber verschlossen.

Nachbehandlung

Ein lokaler Kompressionsverband ist für wenige Tage erforderlich. Ein Kompressionsstrumpf der Kl. 2 sollte anschließend für 1 Woche getragen werden um lokale Blutergüsse und Schwellungen zu verhindern. Durch den Klebeverschluß der Wunden ist kurz postoperative die Körperhygiene möglich.

Ergebnisse

Korrekt ausgeführt ergibt die Miniphlebektomie ausgezeichnete funktionelle und kosmetische Ergebnisse. Die 1-4mm großen Narben sind in den ersten Monaten gerötet und gleichen ihre Farbe normalerweise innerhalb von 2-3 Monaten der Hautfarbe an. Sie sind dann kaum mehr oder nicht mehr zu sehen. In einem Teil der Fälle kommt es zu bleibenden Hautverfärbungen (Pigmentierungen) oder zu neu auftretenden kleinsten Gefäßerweiterungen. In sehr seltenen Fällen kann es zu unschönen vergrößerten Narben (Keloide, Wulstnarben) kommen; sehr selten sind ebenfalls Gefühlsstörungen durch Irritation oder Verletzung der oberflächlichen Hautnerven. Infektionen sind aufgrund der minimalen Invasivität sehr selten.