Diagnose der Osteoporose - Labor
Von den Laborparametern sollten die BSG und das CRP bestimmt werden, da eine
Osteoporose niemals mit einer Entzündungsaktivität einhergeht. Driften BSG und CRP
auseinander, d.h. finden sich die BSG erhöht und das CRP im Normbereich,
sollte unbedingt eine Elektrophorese angeschlossen werden, da eine Paraproteinämie
bzw. ein Plasmocytom, ein Morbus Waldenström usw. ausgeschlossen werden
müssen. Des weiteren schließt sich ein Blutbild an, um hämatologische Erkrankungen,
die zu einer Osteopenie führen können, auszuschließen. Von der calcitropen Achse
sollten im Blut das Calcium und das Phosphat bestimmt werden, eventuell auch die
alkalische Phosphatase. Liegen Calcium und Phosphat im oberen Normbereich, sollten
die weiteren differentialdiagnostischen Überlegungen den Knochen mit einbeziehen, da
Calcium und Phosphat aus dem Knochen freigesetzt und in den Extrazellulärraum
abgegeben werden. Liegen Calcium und Phosphat im unteren Normbereich, sollte
vorzugsweise an ein gastrointestinales Problem gedacht werden, da die Absorption
gestört erscheint. Driften Calcium und Phosphat auseinander, d.h. geht das
Calcium in den oberen Normbereich und das Phosphat in den unteren Normbereich,
sollte als nächstes das intakte Parathormon bestimmt werden, um einen primären
Hyperparathyreoidismus auszuschließen. Driftet dagegen das Phosphat in den oberen
Normbereich und das Calcium in den unteren Normbereich, sollte der Creatininwert
bestimmt werden, um die nephrogenen Osteopathien auszuschließen.
Bei Männern
sollte die Gamma-GT bestimmt werden, um einen Eindruck über die Alkoholzufuhr zu
erhalten. Von den endokrinologischen Laborparametern schließt sich bei der
postmenopausalen Frau das TSH an, um die Altershyperthyreose, die klinisch inaparent
verlaufen kann, auszuschließen. Des weiteren sollte eine Aussage über die
Calciumbilanz erhalten werden. Dies kann im Morgenurin geschehen, wenn die
Calciumausscheidung auf das Creatinin bezogen wird. Eine bessere Aussage erhält
man allerdings, wenn die Calciumausscheidung im 24 Std. Urin überprüft wird. Eine
Bestimmung der Knochenumbauparameter (z.B. knochenspezifisches Isoenzym der
alkalischen Phosphatase im Serum und das Deoxypyridinolin im 2. Morgenurin) ist nach
den Leitlinien bisher nicht zu empfehlen, hat sich jedoch für den einzelnen Patienten
sehr bewährt.
Finden sich im Labor Auffälligkeiten oder findet sich eine relevante Grunderkrankung,
sollte sich eine problemorientierte weitere Abklärung und Therapie nach der
Grunderkrankung anschließen. Gegebenenfalls empfiehlt sich hier die Überweisung zu
einem Fachspezialisten.
» Weiter mit der Knochendichtemessung
|