Glucocorticoidinduzierte Osteoporose
Bei der Diagnose der glucocorticoidinduzierten Osteoporose legen klinische Befunde
und klinische Studien nahe, zwei Patientengruppen zu unterscheiden.
1. Inzidente Patienten: Hierbei handelt es sich um Patienten mit einer z.B.
rheumatoiden Arthritis, COPD oder CED, die erstmals oder nach wenigstens
einjähriger Pause erneut eine Steroidtherapie mit wenigstens 7,5 mg pro die Prednisolon-Äquivalent für voraussichtlich wenigstens 6 Monate erhalten und solche mit neu aufgetretenen osteoporotischen Frakturen.
2. Prävalente Patienten: Hier handelt es sich um Patienten mit einer der oben
genannten Erkrankungen, die bereits seit mindestens 6 Monaten mit Steroiden in einer
Mindestdosierung von etwa 7,5 mg pro die Prednisolon-Äquivalent behandelt werden.
Zu dieser Gruppe gehören auch die Patienten, die eine wenigsten 6-monatige
Steroidtherapie in der oben erwähnten Dosierung vor weniger als 12 Monaten
abgeschlossen haben und vor oder am Anfang einer erneuten Therapie stehen.
Die Diagnose der glucocarticoidinduzierten Osteoporose erfolgt wie bei der
postmenapausalen Osteoporose. Allerdings sollten weitere Dinge beachtet werden.
1. In der Anamnese sollte zusätzlich auf ein sehr niedriges Körpergewicht geachtet
werden (BMI<20) oder Gewichtsabnahme von mehr als 10% seit dem jungen
Erwachsenenalter oder seit der letzten Messung.
2. Ein Alter über 70 Jahren.
3. Eine stark eingeschränkte Mobilität.
Bei den Laborwerten ist der basale TSH-Wert nur vorsichtig zu interpretieren, da TSH-Werte unter Glucocarticoid-Einnahme erniedrigt gefunden werden können und nicht
unbedingt auf eine Hyperthyreose hinweisen.
Bei Personen unter 75 Jahren sollte die Messung an der LWS und am Gesamtfemur
(Total hip) erfolgen. Bei Personen über 75 Jahren zunächst nur am Gesamtfemur.
Ergibt sich hier ein T-Wert von -2,5 oder niedriger, kann auf die Messung der LWS
verzichtet werden.
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