Die Wasseransammlung im Gewebe zwischen den Zellen (interstitieller Raum) ist die Folge einer Druckerhöhung im Venensystem (venöse Hypertomie). Durch den erhöhten Druck im Venensystem bis zu den kleinsten Gefäßen (venöse Kapillaren) kommt es zu einer verstärkten Filtration von Flüssigkeit in das Gewebe. Bei Überbelastung des Lymphsystems infolge der vermehrt anfallenden Flüssigkeit entsteht das Phlebödem.

Ursache einer Druckerhöhung im Venensystem sind eine Reihe von Venenerkrankungen wie:

  • Ausgedehnte Bildung von Krampfadern (Varicosis)
  • Thrombosen (oberflächlich und tief)
  • Venenentzündungen (Phlebitiden)
  • selten – angeborene Venenklappenveränderungen
  • Einengung der Venen von außen (Kompressionssyndrom)

An subjektiven Beschwerden werden angegeben:

  • Schwere- und Spannungsgefühl
  • Spannungsschmerz – Beinkrämpfe
  • Besserung der Beschwerden bei Hochlagerung und Bewegung

Bei der Untersuchung findet sich klinisch eine Schwellung in einem oder beiden Beinen unter Einschluss der Füße und Zehen, eine Dellbarkeit der Schwellung, eine bläulichbraune Hautverfärbung und eine Krampfaderbildung. Die Diagnose wird neben dem klinischen Befund durch die pathologischen apparativen Untersuchungsergebnisse beim Doppler- und Duplexverfahren und bei der Lichtreflexionsrheographie erhärtet.

Komplikationen beim Phlebödem

Als Komplikationen können eine Kombination von Phlebödem und Lymphödem u.a. nach wiederholten Venenerkrankungen und ein Beingeschwür (ulcus cruris) sowie Hautent-zündungen (Erysipel) auftreten.

Therapie des Phlebödems

Die Basistherapie des venösen Beinödems ist die suffiziente Kompression von außen zunächst in Form einer Kompressionsbandagierung und nach Ödemabnahme Kompressionsbestrumpfung. Durch die Kompressionsbehandlung werden die Venen zusammengedrückt, so dass der Klappenschluss funktioniert und außerdem die Strömungsgeschwindigkeit in den Venen zunimmt. Verstärkt wird die Kompressionsbehandlung durch Hochlagerung der Beine in Ruhe und Betätigung der Muskelpumpe. Sollte die Kompressionsbehandlung allein nicht ausreichen ist zusätzlich die manuelle Lymphdrainage  und apparative intermittierende Kompression angezeigt. Bei bestehender Krampfaderbildung empfehlen wir eine operative Sanierung des Venenleidens. Bei einer Thrombose ist eine Behandlung mit Antikoagulatien (niedermolekulare Heparine oder Marcumar) erforderlich.