Minimalinvasive Thermo-Radiofrequenz-Therapie von Hämorrhoiden (RFITTH)

Mit dieser neuen innovativen schmerzarmen und schnellen Operationsmethode werden die zu- und abführenden Gefäße der Hämorrhoiden durch Radiowellenapplikationen verschlossen mit folgender Rückbildung der Hämorrhoidalknoten.

Indikation

Diese Methode wird in unserem Zentrum bei III.- und IV.-gradigen und gemischten inneren und äußeren Hämorrhoiden angewendet.

Methode

Die Operation wird in Allgemein- oder Regionalanästhesie vorgenommen.

Über ein offenes Proktoskop wird unter Sicht eine spezielle bipolare Sonde unter die Schleimhaut tangential direkt an die zu- und abführenden Gefäße der III.- und IV.-gradigen Hämorrhoiden eingebracht und die Radiofrequenzenergie abgegeben.

Die Wirkungsweise besteht darin, dass die Radiofrequenzenergie in biologischem Gewebe Hitze generieren kann, indem Ionen und Wassermoleküle in hochfrequente Schwingungen versetzt werden und so zu einer Koagulation und Verdampfung der Zellen führt. Die abgegebene Wärmeenergie führt zu einer Quer- und Längsschrumpfung der zu- und abführenden Hamorrhoidalgefäße. Eine unkontrollierte Wärme- oder Energieabgabe wie bei einer Laseranwendung wird durch ein Feedbacksystem vermieden. Die Energieabgabe erfolgt nur in einem definierten Areal.

Während der Behandlung wird kontinuierlich der Widerstand des Gewebes gemessen und die Leistungsabgabe genau dosiert, so dass unerwünschte Schädigungen von umliegendem Gewebe vermieden werden.

Insgesamt wird an zwölf Punkten mit einer Spezialsonde die Radiofrequenzenergie abgegeben. Es entsteht durch die Radiowellenenergie in einem Umkreis von 1,0 cm eine Wärme von 60° bis 80° C. Zum Schutz der Schleimhaut und des inneren Schließmuskels wird vor der Sondeneinführung unter die Schleimhaut eine Tumenszenzlösung eingespritzt.

Mit der gleichen Technik kann bei ausgeprägten Hämorrhoidalknoten IV. Grades durch die Sondeneinführung direkt in die Hämorroidalknoten eine zusätzlicheGewebeschrumpfung erzielt werden. Vorhandene perianale Hautvergrößerungen (Varisken) oder Analpolypen werden in üblicher chirurgischer Technik behandelt.

Zum Abschluss der Operation wird eine Analtamponade für 24 Stunden eingelegt. Postoperativ erhalten die Patienten ein Venentonikum und ein leichtes Abführmittel.

Komplikationen

Komplikationen sind bei dieser Methode bisher nicht bekannt.

An den Punktionsstellen kann es lediglich zu kleinen Einstichblutungen kommen, die nach 7 bis 10 Tagen sistieren. Bei ausgeprägten Hamorrhoiden kann es postoperativ zu einer Schwellung des Gewebes kommen, die sich nach 2 bis 3 Wochen zurückbildet. Gelegentlich kann bei älteren männlichen Patienten ein vorübergehender Harnverhalt auftreten.

Ergebnisse

Rezidive von Hämorrhoiden sind nach einer Nachbeobachtungszeit von bis zu 5 Jahren bisher nicht bekannt.

Vorteile der Methode sind

  • schnelle Operation (30-40 Minuten)
  • wenig postoperative Schmerzen
  • komplikationsarm
  • bisher keine Schädigung des umgebenden Gewebes, der Schleimhaut und des Schließmuskels
  • bisher keine Inkontinenz

Dieses neue innovative Operationsverfahren bei Hämorrhoiden durch Applikation von Radiowellenenergie wird von uns für III.- und IV-gradige Hämorrhoiden wegen der angeführten Vorteile als Alternative zu geschlossenen Hämorrhoidektomieverfahren empfohlen.

Terminvereinbarung

Venenspezialist

Prof. Dr. med. habil. Lutz Lehmann

Facharzt für Proktologie