Interpretation der Knochendichtemessung bei steroidinduzierter Osteoporose

 

Inzidenten Patienten mit osteoporotischen Frakturen

1. Liegt der T-Score höher als -1,0, sollte eine Wiederholungsmessung mittels DXA nach 6-12 Monaten erfolgen. Liegt der T-Score höher als -2,0, ist eine Wiederholungsmessung nach 12-24 Monaten ausreichend. Liegt der T-Score niedriger als -2,0, muss eine Therapie erfolgen.

2. Liegt der T-Score zwischen -1,0 und -1,5, muss eine Röntgenaufnahme der LWS in zwei Ebenen erfolgen. Besteht keine Fraktur, kann wie unter 1. weiter verfahren werden. Liegt eine Fraktur vor, muss eine Therapie erfolgen.

3. Liegt der T-Score niedriger als -1,5, muss bei klinischer Indikation ein fakultatives Röntgen wie unter 2. erfolgen und eine Therapie sol1te eingeleitet werden.

Prävalente Patienten

1. Liegt der T-Score höher als -1,0, genügt eine Wiederholungsmessung mittels DXA nach 12-24 Monaten. Liegt der T-Score höher als -2,5, genügt eine Wiederholungsmessung nach 12-24 Monaten. Liegt der T-Score dagegen niedriger als -2,5, muss eine Therapie erfolgen.

2. Liegt der T-Score zwischen -1,0 und -2,5, muss eine Röntgenaufnahme der BWS und LWS in zwei Ebenen erfolgen. Findet sich hier keine Fraktur, kann wie unter 1. weiter verfahren werden. Findet sich jedoch eine Fraktur, muss eine Therapie eingeleitet werden.

3. Liegt der T-Score niedriger als -2,5, kann bei klinischer Indikation ein Röntgen erfolgen, eine Therapie muss jedoch eingeleitet worden.

Die Diagnose der Osteoporose beinhaltet den Ablauf verschiedener Module und ergibt sich zwangsläufig aus dem vorher gesagten. Wird nach diesem Schema vorgegangen, findet man zwangsläufig diejenigen Patienten, die einer Therapie bedürfen oder bei denen weiter abgewartet werden kann. Es kann nicht sein, wie es bisher geschieht, dass die Knochendichtemessung an einem x-beliebigen Knochen ausreichend ist für die Diagnose und anschließende Therapie. Eine Knochendichtemessung alleine kann niemals die Diagnose einer Osteoporose stellen, da sie unspezifisch ist, und sollte niemals am Anfang der Diagnose stehen. Falls nach dem vorgeschlagenen Schema vorgegangen wird, wird sich die Therapie auf diejenigen Patienten beschränken können, die sie wirklich benötigen. Dies ist um so wichtiger, da in einer Situation mit geringen Ressourcen und hohen Therapiekosten diese Therapien nur gezielt eingesetzt werden sollten. Auf diese Weise können Ressourcen eingespart werden, die im Augenblick bei nicht ausreichender Diagnose und polypragmatischer Therapie vergeudet werden.