Phlebologie | Proktologie ambulante Operationen Prof. Dr. med. habil. Lutz Lehmann Chirurgie Gefäßchirurgie Phlebologie Lymphologie Proktologie

Analfistel

Definition:

Anorektale Fisteln sind abnorme, röhrenförmige, vom After ausgehende Gänge.

Ursachen:

Eine Analfistel entsteht zu 90% aus einem Abszess oder einer chronischen Entzündung im Bereich der rudimentären Proktodealdrüsen.

Weitere Ursachen können entzündliche Darmerkrankungen, wie Colotis oder M. Crohn oder Divertikulitis sein.

Formen:

Es existieren zahlreiche Variationsmöglichkeiten.

Je nach Lage und Verlauf zum Schließmuskel des Afters werden 4 Hauptgruppen unterschieden:

Inter,-trans,-supra,- oder extrasphinktere Fisteln.

Klinik:

Die Patienten klagen meist über Schmerzen im Stehen, Sitzen und beim Stuhlgang und auftretende perianale Anschwellungen, sowie häufig über anale, eitrige, seröse, gelegentlich auch blutige oder kotige Sekretion.

Im Abszessstadium bestehen heftige Spannungsschmerzen und Schwellungen.

Diagnose:

Inspektion äußere Fistelmündungen kleine, verhärtete Einsenkungen.

Digitale Untersuchung derber, druckschmerzhafter Strang.

Proktoskopie die Kryptenregion ist gerötet und geschwollen.

Fistelsondierung von außen mit einer digitalen Austastung.

Darstellung einer inneren Fistelmündung durch Installation von verdünnter Farbstofflösung.

Zur weiterführenden Diagnostik bei unklaren Befunden und kompliziertem Fistelverlauf,  endorektale Sonographie und Kernspintomographie.

Therapie:

Eine inadäquate Therapie verursacht nicht selten eine hohe Rezidivhäufigkeit und unterschiedlich ausgeprägte Inkontinenz.

Mit einer Spontanheilung ist nicht zu rechnen. Eine wirksame konservative Therapie gibt es nicht und abwartendes Verhalten erhöht das Risiko einer Ausbildung weiterer Fistelgänge und einer Abszedierung.

Die chirurgische Sanierung ist die Methode der Wahl.

Operationstechniken

  1. Fadendrainage

Die Methode wird hauptsächlich angewendet,

zur Markierung des Fistelverlaufes

zur Drainage einer abszedierenden Fistel

zur sukzessiven Durchschneidung von Fistelgängen

Nachteile

Langanhaltende Schmerzen und langanhaltende Behandlung

Durch stärkere Vernarbung Entstehung von Kontinenzdefiziten

  1. Plastische Rekonstruktionen

Exzision der Fistel und Naht des Schließmuskels

Ohne Verschiebelappen

Mit Verschiebelappen -Flaptechnik

Deckung der inneren Fistelmündung mit einem Schleimhaut- oder Muskelschleimhautlappen.

Vorteile:

Geringe postoperative Beschwerden

Niedrige Inkontinenzrate

Nachteile:

Aufwändiges Operationsverfahrten

Postoperative Nahrungskarenz für mehrere Tage

Nahtstörungen

Hohe Rezidivrate

 

  1. Plaquetechnik

Verschluss des gesamten Fistelganges durch Biomaterialien, die durch den Körper abgebaut werden mit Verschluss der inneren Fistelöffnung.

Vorteile:

Geringe postoperative Beschwerden

Nachteile:

Schwellung des Schließmuskels

Hohe Rezidivrate

 

  1. Lasertherapie

Diese Methode wird seit Kurzem in unserem Zentrum angewendet.

Bei dieser minimal-invasiven Methode wird eine flexible Lasersonde in den Fistelgang eingeführt und eine definierte Laserenergie kreisförmig an das Fistelgewebe abgegeben.

Ein Pilotstrahl erlaubt die genaue Platzierung der Sonde.

Das Fistelgewebe wird durch die Laserenergie verschweißt und der Fistelgang schrumpft.

Die Fistelöffnung im Enddarmbereich wird durch eine Naht verschlossen.

Vorteile:

Geringe postoperative Schmerzen

Kurze Operationszeit

Flexible Sonde auch zur Anwendung bei gewundenen Fistelgängen

Kurzer Arbeitsausfall

Schonung des Schließmuskels

Akzeptable Erfolgsaussichten

Ambulante OP möglich

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