Phlebologie | Proktologie ambulante Operationen Prof. Dr. med. habil. Lutz Lehmann Chirurgie Gefäßchirurgie Phlebologie Lymphologie Proktologie

Stadiengerechte Behandlung von Hämorrhoiden

Nach Ausschluss anderer Ursachen ist das primäre Behandlungsziel des Hämorrhoidalleidens, eine Linderung der geklagten Beschwerden zu erreichen. Primär wird von uns eine stadiengereichte Behandlung der Hämorrhoiden angestrebt, um eine effektive Therapie und eine minimale Komplikationsrate zu bewirken.

Behandlung von Hämorrhoiden: Grad 1

In der Regel konservative Therapie. Steht eine Blutung im Vordergrund, wird von uns eine Verödung oder eine dopplergezielte Hämorrhoidenarterien-Unterbindung(HAL) vorgenommen.

Behandlung von Hämorrhoiden: Verödung (Sklerosierung)

Grundlage dieser konservativen Behandlungsmethode ist die bindegewebige Umwandlung und Verkleinerung des Venenpolster durch das Verödungsmittel. Das Verödungsmittel wird direkt in das Venenpolster oder oberhalb injiziert. Die Indikation zu dieser Behandlung sehen wir bei erstgradigen Hämorrhoiden. Die Behandlung ist schmerzlos und es können in einer Sitzung drei Stellen behandelt werden. Selten können Komplikationen wie Blutung, Hämorrhoidalthrombosen oder allergische Reaktionen auftreten.

Hämorrhoidalarterienligatur mit Ultraschall (HAL)

Grundlage dieser als konservativ einzuordnenden Behandlungsmethode ist eine gezielte Unterbindung der zuführenden Gefäße (Arterien) zu den Hämorrhoidalknoten. Durch die Unterbindung der Gefäße wird eine Verminderung des Druckes in dem Gefäßsystem der Hämorrhoiden erreicht mit der Folge einer Schrumpfung und Rückverlagerung des Hämorrhoidalknotens.

Mit einem speziellen Proktoskop mit integrierter Ultraschallsonde (Doppler-Ultraschall) können insgesamt 6 zuführende Arterien lokalisiert und gezielt umstochen werden.

Die HAL wird in milder Sedierung und unter ambulanten Bedingungen durchgeführt. Bisherige Erfahrungen mit dieser neuen Behandlungsmethode sind positiv. An Komplikation kann es sehr selten zu einer Blutung durch Anstechen einer Arterie kommen. Einige Patienten berichten bis drei Tage nach der Behandlung über ein unangenehmes Druckgefühl.

Behandlung von Hämorrhoiden: Grad 2

In diesem Stadium wird von uns ebenfalls eine konservative Therapie empfohlen in Form einer Verödung s.o., Gummibandligatur oder Unterbindung der Hämorrhoidalarterien (HAL) s.o..

Gummibandligatur

Durch diese Behandlungsmaßnahme wird die Blutzufuhr zur Hämorrhoide unterbunden und das abgeschnürte Hämorrhoidalgewebe stirbt ab. Bei dieser Behandlungsmethode wird über das Proktoskop mit einem speziellen Instrumentarium ein Gummiring über das angesaugte Venenpolster gestülpt.

Mit dieser Methode werden von uns zweitgradige Hämorrhoiden behandelt. Der Eingriff ist schmerzlos und es können pro Sitzung bis zu zwei Knoten behandelt werden. Nach etwa zwei Wochen wird die abgeschnürte Hämorrhoide unbemerkt abgestoßen.

An möglichen Komplikationen können in seltenen Fällen auftreten:

  • Druckgefühl und Stuhldrang einige Stunden nach dem Eingriff
  • vorübergehende Störung der Stuhl- und Wundkontrolle während der ersten Tage
  • gelegentliches Harnverhalten in den ersten Stunden nach dem Eingriff
  • leichte Blutungen nach dem Stuhlgang in den ersten 2-3 Wochen

Eine Kontrolluntersuchung wird nach 7-10 Tagen vorgeschlagen. Die Gummibandligatur ist in den Händen von Spezialisten eine effektive Behandlungsmöglichkeit für Hämorrhoiden II. Grades. 2/3 der behandelten Patienten sind bis zu 4 Jahre beschwerdefrei. Durch die konsequente Behandlung lässt sich eine Bildung von Hämorrhoiden III. und IV. Grades verhindern.

Behandlung von Hämorrhoiden: Grad 3

In diesem Stadium mit reponierbaren Hämorrhoidalknotenvorfall kann eine konservative Behandlung zur Verbesserung der Symptome versucht werden. Zeigen die konservativen Behandlungen keine Besserung oder liegt ein reponierbarer Hämorrhoidalvorfall ohne ausgeprägte Hautfalten (Marisken) vor, so sehen wird die Indikation für eine operative Behandlung mit einer modifizierten Klammernahttechnik (Stapler-Hämorrhoidektomie). Bei ausgeprägter Hautfaltenbildung halten wir eine offene oder geschlossene Hämorrhoidektomie für sinnvoll. Alternativ kann nach eigenen Ergebnissen die schonende, schmerzarme operative Behandlung mit Radiowellenobliteration (RFTTH) in Frage kommen.

Behandlung von Hämorrhoiden: Grad 4

In diesem Stadium mit dauerhaft aus dem Afterkanal heraustretenden und fixierten Vorfall der Hämorrhoide ist nur durch eine Operation eine Heilung zu erzielen. Wenn der Hämorrhoidalvorfall noch nicht gänzlich fixiert ist, ist in solchen Fällen auch eine Stapler-Hämorrhoidektomie möglich. Bei einem fest angewachsenen Vorfall von Hämorrhoiden ist eine Hämorrhoidektomie am besten mit einer von uns geübten plastischen Operation (Analplastik) anzustreben. Alternativ kann nach eigenen Ergebnissen die schonende, schmerzarme operative Behandlung mit Radiowellenobliteration (RFTTH) in Frage kommen.

 

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Prof. Dr. Lehmann, der übrigens auch als Facharzt für Phlebologie bei uns in Wiesbaden praktiziert, ist Ihr erster Ansprechpartner in allen aufgeführten Bereichen.

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