Endovenöses Radiofrequenz-Verfahren (VNUS-Closure)

Voraussetzung für dieses Verfahren ist die Duplexuntersuchung zur Bestimmung der untersten Stelle der erweiterten Stammvene und des Abstandes zwischen Vene und Haut. Nach Lokalisation des Venenverlaufs wird die Stammvene am Unterschenkel punktiert und unter Ultraschallkontrolle die Radiofrequenzsonde bis zur Leiste unterhalb der Einmündung der Stammvene in das tiefe Venensystem vorgeschoben. Nach Infiltration von einer speziellen Lösung für örtliche Betäubung (Tumeszenzlösung) in das Bett der Stammvenen wird die Venenwand durch die Katheterspitze mit Hochfrequenzenergie auf 120° C aufgeheizt.

Die abgegebene Wärmeenergie bewirkt eine Schädigung der Gefäßinnenwand (Intima) und der weiteren Gefäßwände mit folgender Schrumpfung und Verschluss der Vene.

Das Closureverfahren kann in alleiniger örtlicher Betäubung (Tumeszens) oder in Allgemeinnarkose mit Tumeszensanästhesie unter ambulanten Bedingungen durchgeführt werden. Eine Einschränkung für diese Verfahren besteht bei stark erweiterten Venen über 2 cm. Dieses endovenöse Verfahren verfügt über einen Rückkopplungsmechanismus mit konstanter Temperatur – und Energieabgabe. Entscheidend ist die Applikation einer Tumeszenslösung unter Ultraschallkontrolle im gesamten Venenverlauf als Schutz vor möglichen Verbrennungen und als zusätzlicher Druck auf die Vene um einen guten Kontakt zwischen Venenwand und Sonde zu erzielen. Varizenseitenäste werden intraoperativ durch Miniphlebektomie oder Injektion von Sklerosierungsschaum (sandwich-Technik) verschlossen.

Postoperativ wird für 2 Wochen das Tragen eines Kompressionsstrumpfes Kl. 2 und die Gabe von niedermolekularem Heparin als Thromboseprophylaxe für 6 Tage empfohlen.

Perioperative Komplikationen sind gering – tiefe Venenthrombosen, Hautschädigungen , Venenentzündungen und vorübergehende Gefühlsstörung.

Ergebnisse:
Nach 2-5 Jahren sind die Sammelvenen in 90-100 % ausgeschaltet.
Die Vorteile der Methode sind:
– OP auch bei Risikopatienten und antikoakulierten Patienten möglich
– Kurze OP-Zeiten
– Minimal-invasives Verfahren mit geringer Gewebetraumatisierung
– 1 kleine Wunde (Einstichstelle des Katheters) keine Leistenwunde
– Schmerzarm oder schmerzfrei
– Schnelle Rekonvaleszens
– Kurze Arbeitsunfähigkeit
Die Nachteile der Methode sind:
– Mögliche thermische Schädigungen der Haut
– Ausbildung von bräunlichen Hautverfärbungen im Bereich der verschlossenen Vene (Ekchymosen)
– Meist vorübergehende Gefühlstörungen im Unterschenkelbereich

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